Auf Bali geht um Vier die Sonne unter

Ich freue mich, einmal ein Buch zu empfehlen, welches von jemandem geschrieben wurde, den ich sogar persönlich kenne. Mein werter Arbeitskollege Maik hat den Roman “Auf Bali geht um Vier die Sonne unter” vor kurzem veröffentlicht und ich habe mir die Kindle-Version mal geholt.

Sven Bukholz ist BWL-Student ist mittlerweile schon im 16. Semester, doch eigentlich möchte er viel lieber Comedian werden. Wenn die ganze Nation einem Mario Barth zu Füßen liegt, kann das ja nicht so schwer sein. Leider kommt dem guten Sven sein wirklich großes Talent, die Prokrastination, immer wieder in die Quere und so kommt weder das Studium noch die Karriere als Spaßmacher wirklich voran. Auf dem Weg zu ewigem Ruhm und Anerkennung gibt es so viele Dinge, die einem immer wieder dazwischen kommen: Emails abfragen, ausschlafen, fernsehen, die Liste lässt sich beliebig erweitern.

Und dann sind da noch die skurrilen Geschichten um bspw. ein Hemd namens Tom, einen zugekoksten Hund und die gefräßige Schildkröte, die auch ganz zufällig Sven heißt. Auch die Frauen lenken unseren bemitleidenswerten Protagonisten immer wieder ab. Doch irgendwann hat es auch der inoffizielle Meister der Prokrastination geschafft und bekommt seinen ersten Auftritt als Comedian. Wie das Ganze ausgeht und ob Sven zum neuen Superstar am Comedy-Himmel avanciert, müsst Ihr schon selber herausfinden.

Neben dem Humor ist für mich die Stärke des Buchs, dass man sich so gut in Sven hineinversetzen kann. Zumindest ich kann es nachvollziehen, wie man immer wieder Tag für Tag im Studium mit den wirklich wichtigen Dingen zubringt, während man eigentlich doch im Hörsaal sitzen sollte, für Klausuren lernen oder an Hausarbeiten schreiben.  Ein wirklich kurzweiliges Lesevergnügen, dass ich uneingeschränkt empfehlen kann. Wer will, kann sich schonmal eine kleine Leseprobe gönnen.

Auf Bali geht um Vier die Sonne unter


Umzug

Es wurde mal wieder Zeit für eine kleine Veränderung. Da ich den Blog nicht wirklich regelmäßig aktualisiere, habe ich mich dazu entschlossen, den Webspace zu kündigen. Stattdessen habe ich die Inhalte der Datenbanken bei wordpress.com untergestellt. Der Blog bleibt weiterhin unter www.reygate.com erreichbar, wird dann nur auf reygate.wordpress.com weitergeleitet. Böse Zungen behaupten, die Tumbleweeds kullern jetzt nur an anderer Stelle durch die Landschaft. ;)


Augen rechts!

Man muss nicht ideologisch links verortet sei, um derzeit einfach fassungslos zu sein. Eine Trio von rechten Mördern zieht durchs Land und die Sicherheitsbehörden bekommen dies jahrelang nicht mit. Schwupps, da waren sie einfach weg. Da rühmt man sich mit seinen tollen Geheimdiensten und rüstet den Apparat gegen Islamisten sowie den neuen Terror von links auf, damit man hinterrücks von den Nazis vorgeführt wird. Nicht nur, dass der Sicherheitsapparat mal wieder offenbart, dass er nicht in der Lage ist, seinen Blick nach rechts zu wenden, nein, womöglich steckt vor allem der Verfassungsschutz richtig tief drin in der Sache. In welchem Umfang dieser von den Taten gewusst hat und vielleicht auch den Weg für die schrecklichen Morde bereitet hat, wird sich noch zeigen. Es lässt einen völlig sprachlos zurück, wenn man sich vorstellt, dass hier offizielle Stellen in welcher Form auch immer daran beteiligt waren und sei es “nur” als Mitwisser. Dabei geht es auch nicht um einzelne Fehler und Mißverständnisse sondern um offensichtliche Führungs- und Planlosigkeit des Verfassungsschutzes.

Man muss sich das mal vor Augen halten: während brennende Autos in Großstädten schon Grund genug waren, um quasi das Gespenst einer neuen RAF zu beschwören, waren rechte Gewalttaten gegen Menschen maximal extremistische Taten. Im Zusammenhang mit unseren braunen Freunden ist das Verniedlichungspotential von Politik und Medien schier unendlich. Natürlich gibt es bei Gewalt von links nichts zu beschönigen, aber diese Schlagseite ist schon immer mehr als nur auffällig gewesen. Seit letzter Woche scheint das ganze Land davon überrascht zu sein, dass die rechten Gesellen doch nicht nur nett sind. Konnte man ja auch nicht ahnen, denn Mölln, Solingen und Hoyerswerda sind ja auch schon Äonen her. Ich hoffe, das Ganze führt nicht dazu, dass die Sache unter den Teppich gekehrt wird und im Sande verläuft. Ich hoffe auch, dass die Behörden etwas gegen ihre Blindheit auf dem rechten Auge tun.


Leben mit dem Kindle

Schon seit Ende Mai nenne ich einen Kindle aus dem Hause Amazon mein Eigen. Da wird es aber auch mal Zeit, ein paar Takte zum E-Reader zu verlieren.

Eigentlich stand ich den E-Readern kritisch gegenüber und habe mich auf den Standpunkt zurückgezogen, dass ich ganz gerne echtes Papier in den Händen halten möchte und einfach lieber in einem Buch blättere als Knöpfchen zu drücken. Leider kam mir bei dieser Entscheidung meine Nerdigkeit in die Quere und der Drang, sich mit technischem Spielzeug auseinanderzusetzen. Der Mediamarc hat schon seit längerem einen Kindle am Start und auf Arbeit konnte ich mir das Teil mal ein bißchen anschauen. Und die paar Minuten pflanzten das leise Verlangen in meinen Kopf, auch so ein Teil haben zu wollen.

Im Frühjahr diesen Jahres dann war der Kindle auch offiziell in Deutschland verfügbar (vorher konnte man ihn nur über den Umweg USA bestellen, wovon der Endkunde jedoch nicht viel mitbekam). Zeitgleich wurde auch der Kindlestore im Hinblick auf deutsche Titel deutlich aufgestockt. Das war dann der Zeitpunkt, an dem ich zugeschlagen habe.

Display

Der Kindle ist mit einem so genannten E-Ink-Display (6 Zoll groß) ausgestattet, welches durch seine hervorragende Lesbarkeit besticht. Die Unterschiede zu einer bedruckten Buchseite sind wirklich sehr gering, was vor allem dazu führt, dass man relativ ermüdungsfrei lesen kann. Zudem ist das Display komplett matt und anders als bei vielen Tablets kein Schminkspiegelersatz. Dadurch kann man das Kindle auch im Freien bei Sonnenschein verwenden, ohne ständig mit den Reflexionen des  Displays kämpfen zu müssen. Ich hatte das Kindle auch in unserem Griechenland-Urlaub dabei und auch in der mediterranen Sonne konnte man ganz entspannt lesen. Und man sieht nicht ständig seine schmierigen Fingerabdrücke. ;) Das Kindle-Display hat keine Hintergrundbeleuchtung, wodurch man (anders als bei Tablets) eine externe Lichtquelle benötigt.

Haptik

Hier war ich am Anfang noch sehr skeptisch, doch schnell haben sich meine Zweifel verflüchtigt. Das Kindle liegt extrem gut in der Hand und lässt sich vor allem auch mit einer Hand gut halten (der Daumen blättert dabei die Seiten um). Dabei habe ich nicht mal besonders große Hände. Das ist wirklich eine schicke Sache, dass man quasi einhändig lesen und umblättern kann.

Die Rückseite des Kindle ist leicht gummiert und sorgt so für extra Griffigkeit in der Hand. Seitlich am Display sind auf beiden Seiten jeweils Knöpfe fürs Vor- und Zurückblättern, somit ist das Gerät auch für Linkshänder sehr gut geeignet.

Netzwerk und Verbindung

Ich habe mich für ein WiFi-Kindle entschieden und auf die 3G-Option verzichtet. Wenn man Inhalte bei Amazon kauft, dann werden einem die Dateien automatisch auf den Kindle geschickt, sofern dieser sich mit einem WLAN verbunden hat. Im besten Fall vergehen gerade einmal ein paar Minuten zwischen dem Kauf und dem Abruf im Kindle.

Man kann den Kindle auch mit dem beigefügten USB-Kabel mit den entsprechenden Inhalten versorgen und auch aufladen (der Akku hält schier ewig – maximal ein Mal im Monat lade ich auf).

Inhalte

Nun sind die vorgenannten Punkte natürlich nur ein Aspekt des Ganzen, denn wichtig sind ja vor allem die Inhalte, die ich mir auf dem Gerät anschauen kann. Das Einfallstor ins Paradies der E-Books ist der Kindle-Shop von Amazon. Zugang erhält man hier entweder ganz klassisch über das Internet, wo die gekauften Inhalte dann per „Whispernet“ auf den Kindle geschickt werden oder man nutzt das Kindle, um sich im Store umzuschauen.

Ein Vorteil der Ebooks ist die Tatsache, dass von jedem Buch eine Leseprobe existiert mit deren Hilfe man sich schon einen ersten Eindruck vom Buch verschaffen kann. Im Griechenland-Urlaub habe ich so ein Buch erst angelesen und mir über den kostenlosen WLAN-Zugang im Hotel dann das Gesamtwerk runtergeladen.

Generell ist es so, dass das deutschsprachige Angebot im Kindle-Shop noch deutlich ausbaufähig ist. Die meisten Neuerscheinungen im Bereich Belletristik erscheinen auch zeitgleich als Ebook, aber bei Nischenprodukten und älteren Büchern guckt man noch ein bisschen in die Röhre. Zudem ist die Preisgestaltung noch nicht optimal, was ja auch der Buchpreisbindung geschuldet ist, aber oftmals sind Ebook-Neuerscheinungen gerade einmal ein bis vier Euro günstiger als die gedruckte Version. Bei Taschenbüchern sind die Preise oftmals identisch.

Bei englischsprachigen Büchern kann man teils krasse Schnäppchen machen. Auch relativ neue Bücher sind dort günstig zu haben. Im Rahmen einer Aktion habe ich das gerade erst in Deutschland erschienene „Super Sad Love Story“ für gerade einmal einen Euro erstanden.

Neben Büchern gibt es auch andere Inhalte für den Kindle. So habe ich ein paar Ausgaben der Zeit mal gelesen und das ist ganz gut umgesetzt auf Amazons kleinem Lesegerät. Einzig Bilder und Grafiken fehlen. Dazu kommt, dass Zwischenüberschriften noch nicht als solche hervorgehoben werden und Infoboxen auch nicht als solche erkennbar sind. Was ich noch gelesen habe, ist das englische Fußball-Magazin „The Blizzard“, was mir wirklich sehr gut gefallen hat, nicht nur inhaltlich sondern auch von der Umsetzung auf dem Kindle.

Daneben kann man auch andere Formate wie bspw. PDF-Dateien auf den Kindle ziehen und lesen. Dabei gibt es, abhängig von der Formatierung der Datei, erhebliche Unterschiede in der Darstellung. Mithilfe von entsprechenden Browser-Plugins („Send it to Kindle“ für Chrome und „Kindle It“ für Firefox) kann man auch Artikel aus dem Web zum späteren Lesen auf den Kindle senden. Nice.

Fazit: Meine Skepsis gegenüber dem Kindle hat sich schnell verflüchtigt und mittlerweile nutze ich ihn sehr gerne, da das Gerät viel Komfort bietet und das Schleppen von Büchern entfällt. Mittlerweile hat Amazon ja noch ein neues Einsteigermodell gebracht und die Preise für die übrigen Geräte gesenkt. Kann ich nur wärmstens empfehlen.


Wired is tired

Vor einigen Wochen erfuhr ich, dass demnächst eine deutschsprachige Ausgabe des WIRED-Magazins erscheinen sollte. Erster Wermutstropfen war hierbei, dass die WIRED als Gimmick zur GQ erhältlich sein sollte. Man musste also das Fachblatt für angewandte Oberflächlichkeit erwerben, um an die WIRED zu gelangen. So weit, so schlecht. In meinem Urlaub in Griechenland dann entdeckte ich das GQ/WIRED-Bundle und griff zu. Die GQ dann am Strand innerhalb von knapp 20 Minuten durchgeblättert, außer ein paar wohlgeformten Brüsten war da nix von Belang.

Das eigentliche Objekt der Begierde dann in den Händen war ich schon relativ gespannt, was mich erwarten würde. Und ich wurde enttäuscht. Ich habe keinen Artikel mit „Aha“-Effekt gelesen und mich auf Twitter schon über die WIRED als GQ für Technikfreaks ausgelassen: oberflächlich, dumm und unkritisch.

Alleine schon die auf dem Titel angeteaserten Themen sind erbärmlich umgesetzt. „Deutschland 2022 – Nach der Energiewende“ ist am Ende nur eine Fotostrecke mit Aufnahmen aus Kraftwerken und deren Kontrollzentren. Ich hatte hier eigentlich einen Ausblick auf die Zeit nach dem Atomausstieg erwartet oder eine Pro/Contra-Diskussion. Weiter geht es mit dem so genannten Darknet, also den richtig üblen Ecken im Internet, wo man nicht ohne Weiteres hinkommt und der einem den Kauf von Drogen, Waffen und Co. ermöglicht. Also genau die Form von Internet vor dem uns die Politik warnt. Eine ganze Seite Text wird dem Thema gewidmet, am Ende wissen wir, dass es solche Sachen gibt und die WIRED-Redaktion hat zudem total investigativ eine Ladung Drogen geordert.

Anschließend widmet man sich Badoo, dem „Sexual Network“, ein Netzwerk, welches nur dazu dient, sexuelle Kontakte anzubahnen. Gut, anders kann man die Leser der GQ wohl nicht dazu bewegen, einen Blick in die WIRED zu werfen. Da muss man schon auf dem Titel ganz laut „FICKEN“ schreiben. Zentrales Thema der Ausgabe ist „Deutschland den Geeks“. Chefredakteur Thomas Knüwer lobt die Innovationskraft der Geeks und betreibt die schon übliche Schelte der so genannten „German Angst“, mit der die Eliten sich gegen Fortschritt und Innovation stemmen. Am Ende leidet die Wirtschaft, das ist das zentrale Argument von Knüwers Elaborat, welches dann in die Vorstellung führender deutscher Startups und Denker übergeht. Da wird Sandro Gaycken dann auch mal als nicht dem Typ „Lieblings-Schwiegersohn“ entsprechend vorgestellt und mit seiner Harley abgelichtet. Achja, zum Thema „Cyberwar“ darf er auch mal was sagen. Oder ein paar nach London abgewanderte Gründer schmeißen sich top-gestylt vor die Kamera.

Darüber hinaus noch ein paar Kolumnen (u.a. from Notorious Lobo), 6 Seiten als redaktionelle Inhalte getarnte Werbung sowie noch seitenweise Gadgetvorstellungen. Ach und der Technik-Evangelist Jeff Jarvis darf auch mal was sagen. Glücklicherweise bekommt er keinen Platz für seinen ewig gleichen Sermon („Die Deutschen machen sich wegen der Privatsphäre ins Hemd, aber zeigen sich in der Sauna gegenseitig die Genitalien.“), sondern für einen Vergleich zwischen modernen Startups und Johannes Gutenberg.

Ich werde mal ein paar Ausgaben abwarten, sofern die Zeitschrift lange genug am Markt bleibt. Leider ist diese Erstausgabe in meinen Augen völlig uninteressant. Es gibt im Bereich Internet/Technologie viele interessante Themen, die man vor allem auch mal kritisch beleuchten könnte, d.h. Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen, Pro und Contra-Positionen darstellen. Die Energiewende wäre da ein Ansatzpunkt gewesen, die Biotechnologie oder auch Entwicklungen im Internet (Privatsphäre/Appkultur/usw.). Vielleicht werden diese Themen in den nächsten Ausgaben auf eine interessante Art aufgegriffen. Ansonsten ist die WIRED leider uninteressant.


Moderner Fünfkampf

Am Dienstag ging unser zweiwöchiger Urlaub in Griechenland zu Ende. Ein zwei Wochen dauerndes Trainingslager in den Disziplinen Schlafen (im Bett und am Strand), Essen (Spezialabteilung All Inclusive), am Strand liegen (bevorzugt im Schatten), Baden gehen und abendliches Cocktails schlürfen auf der Terrasse der Strandbar. Kann man auf jeden Fall so machen. :)

Wir waren während unseres Aufenthaltes im Kyllini Beach Resort mit der Betonung der Spezialisierung auf Wellness & Sport. Das Hotel liegt im Westen des Peloponnes, direkt am Ionischen Meer. Und die Bude war echt richtig geil. Vor allem das Essen war der Hammer. Jeden Abend ein anderes Thema (von Asia bis Alpen) und einige Dauerbrenner für den Fall, dass jemand die Spezialitäten nicht goutiert. Aber nicht nur in den kulinarischen Disziplinen wusste das Hotel zu überzeugen. Auch die Anlage war sehr großzügig bemessen, so dass sich die Besucher dort gut verteilten und man (anders als letztes Jahr auf den Kanaren) nicht ständig im Gewusel war. Der hoteleigene Strand war auch ein dicker Pluspunkt, da man so nicht für Liegen und Sonnenschirme extra zahlen musste.

Einzig die normalen Doppelzimmer waren relativ klein, aber da man eh die ganze Zeit draußen rumhängt, war das eher weniger ein Problem. Wer sich darüber lauthals beschwert (wie einige bei holidaycheck.de) muss dann halt nächstes mal eine Präsidentensuite nehmen. Der Service war gut bis übermotiviert. Teils wurden einem beim Essen die Teller wieder abgenommen während man noch die letzten Bissen im Mund hatte. Auch ansonsten wurden Beschwerden aufgenommen und die Probleme wurden schnell behoben.

Das Wetter war absolut spitzenmäßig mit Temperaturen zwischen 30 und 35 Grad und nur gelegentlichen Wolken. Am Tag unserer Abreise weinten die griechischen Götter ob unseres Abschieds und so regnete es nur an dem Tag. Die Reiseleitung meinte, dass es ungewöhnlich warm für den September gewesen sei und das will ich ihr gerne glauben. Das Sportangebot haben wir eher rudimentär genutzt. Die angebotenen Hops-Kurse haben wir außen vor gelassen und uns auf den Basketball verlagert. Einen Korb mit direktem Blick auf das Meer hatte ich bisher auch noch nicht. Kommt in Punkto Ausblick definitiv auf den Spitzenplatz meiner Charts. Leider war keine Competition vor Ort. An einem Samstag war Basketball offizieller Bestandteil des Programms, doch von 6 Leuten konnten vier nix mit dem orangefarbenen Leder anfangen, so dass das dann ein bißchen langweilig wurde. Aber so konnte ich mich als Lehrer bei meiner Frau betätigen und ihre WNBA-Karriere entscheidend anschieben.

In den zwei Wochen haben wir eine Tour auf die Insel Zakynthos gemacht. Leider war die Tour eher mau. Die Programmpunkte waren eher lahm. Los ging es mit einer Fahrt in den Norden der Insel zu einem kleinen Hafen von wo aus man mit kleinen Booten zu den „Blauen Grotten“ gefahren wurde. Das waren kleine Höhlen in den Küstenfelsen und in einer von den vieren, die wir angesteuert haben, schimmerte das Wasser blau an einigen Stellen. Anschließend wurde uns ein Biobauer angekündigt. Wir uns auf Erkenntnisse aus dem Bereich des Olivenanbaus und der Schafskäseherstellung gefreut, um dann plötzlich vor einer ramschigen Verkaufsbude zu halten, wo man dann so biologisch angebaute Produkte wie Handtücher mit dem Bild der Insel kaufen konnte. Danach dann ab ins Kloster, wo es dann einen von Kapern überwucherten Kirchturm zu bestaunen gab. Den Abschluß bildete ein Besuch der Inselauptstadt. Hier hatten wir aber nur 40 Minuten Zeit, um uns da ein bißchen umzuschauen und ehrlich gesagt, war es mir dann auch viel zu heiß, um mittags um halb zwei durch die Gegend zu schlappen.

Eigentlich wollten wir auch noch einen Tagesausflug nach Athen machen, um vielleicht dem interessierten Griechen noch Tipps zum Thema Schuldenabbau zu geben. Doch pro Hin- und Rückweg saß man vier Stunden im Bus und sowohl auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel und auf der Inselrundfahrt wurde mir richtig schlecht im Bus, so dass ich auf die Mammuttour dankend verzichtet habe. Auf Zakynthos war ich zweimal kurz davor, den Bus umzudekorieren.

Es waren zwei tolle Wochen in einem tollen Hotel. Und so spießig sich das anhört, wir können uns vorstellen, in ein paar Jahren mal wieder dort hinzufahren.


Danke fürs Gespräch

Neulich in einem Sozialen Netzwerk im Chat mit der Verwandtschaft aus Tommy-Land:

Ich: Ja, Mensch, da haben wir aber lange nichts mehr voneinander gehört. Schön, dass Du Dich meldest.

Ich: Wir geht’s Dir?

Ich: Danke, mir geht es gut.

Ich: Ja, hier ist alles super, waren gerade auf der Hochzeit meiner Schwägerin. So mit Schloß und Co., volll Prinzessin-Style.

Ich: Ja, der Liebsten geht es auch gut, danke.

Ich: Und was ist bei Dir so los?

Ich: Was? Ob ich helfen kann?

Ich: Hmm, wobei denn?

Ich: Ob wir mit Geld helfen können?

Ich: Sorry, aber das ist leider nicht drin.

Gesprächspartner geht wieder offline.


Bringin’ the band back together

Am letzten Dienstag waren die Liebste und ich im Theater Lüneburg, um uns die “Blues Brothers“-Aufführung anzuschauen. Vorab muss ich gestehen, dass ich um den Film wusste, ihn aber bis dahin noch nie gesehen hatte. Jaja, Schande über mich. Der Saal war brechend voll und bis auf den letzten Platz ausverkauft. Und das Stück sollte das auch rechtfertigen. Es war eine Kooperation des Theaters Lüneburg u.a. mit der Musikschule, einen Jugendchor und noch einigen anderen Institutionen aus der Umgebung. Aber es war alles andere als schlecht. Es war sogar richtig genial. Das Musical hangelte sich ziemlich dicht an der Handlung des Films entlang und in Sachen Inszenierung machte man aus der Not eine Tugend und spielte die Verfolgungjagden aus dem Film einfach mit ferngesteuerten Autos nach.

Nach anderthalb Stunden war Schluss, aber das Ensemble musste noch einige Zugaben obendrauf packen. Und dann das Highlight des Abends, denn im Publikum befand sich niemand Geringerer als Bill Ramsey (“Ohne Krimi geht die Mimi nie…“) und der wurde dann noch auf die Bühne gebeten. Das Publikum, was eh schon seit längerem stand, war vollends aus dem Häuschen. Das war die beste Musicalaufführung, die ich bisher gesehen habe. In Sachen Leidenschaft und Herzblut kann sich da so manches dieser aalglatt durchproduzierten Massenware-Musicals durchaus ein oder gleich mehrere große Stücke abschneiden. Und das zu einem vergleichsweise lächerlichen Preis von 15 Euro. Leider wird das Stück vorerst nicht mehr gezeigt.

P.S.: Ja, ich habe jetzt auch den Blues Brothers-Film gesehen. Sehr geil. Dabei habe ich dann gemerkt, dass die Nazis im Musical leider nicht dabei waren. Dabei sind strunzdoofe Nazis, die auf die Fresse bekommen, doch einfach super. :)


Go Mavs!

Neben dem Fußball verfolge ich auch ganz gerne die Jagd nach dem orangefarbenen Leder. Ein richtiges Lieblingsteam wie bspw. Werder habe ich in der NBA nicht. Früher fand ich die Chicago Bulls mit Jordan, Pippen und Co. richtig geil, aber richtiger Fan eines Vereins war ich nie. Aber natürlich verfolge ich “Uns Dirk” sehr genau und wenn man so will, bin ich da ein bißchen Fan der Dallas Mavericks. Vor einigen Wochen haben in der NBA die Playoffs begonnen und die Mavericks konnten sich in der Western Conference den dritten Platz sichern. Ich muss gestehen, dass ich vor den Playoffs nicht allzu viel auf die Mavs gesetzt habe. Eigentlich war es wie die Jahre vorher auch: das Team spielt eine gute Saison, um dann in den Playoffs spektakulär zu scheitern. Seit dem Einzug in die NBA-Finals 2006 waren die Playoffs eine Serie von Enttäuschungen mit dem Höhepunkt in 2007, als die Mavs als Erster im Westen und haushoher Favorit von den Golden State Warriors abserviert wurden.

Ähnliches habe ich dieses Jahr auch erwartet. Schon das Matchup gegen die Portland Trailblazers schien nichts Gutes für die Mavs zu verheißen und nachdem man in Spiel vier eine 23 Punkte Führung im dritten Viertel noch verspielte, sah ich mich und meine pessimistische Vorhersage bestätigt. Die Mavericks um den Dirkster rissen sich jedoch zusammen und konnten die Serie mit 4:2 für sich entscheiden. Als nächstes warteten die LA Lakers, der amtierende Meister, auf das Team aus Texas. Kaum einer setzte einen Pfifferling auf Dallas, doch am Ende schickte man die Startruppe aus Hollywood mit 4:0 nach Hause. Höhepunkt war dabei das letzte Spiel, als man in eigener Halle richtig aufdrehte und LA 122:86 verprügelte. Dabei versenkte Jason Terry neun von zehn Dreiern und demoralisierte den Champ im Alleingang.

Was ich ein bißchen schade finde, ist der Umstand, dass man sich im Nachgang vor allem mit den Lakers und dem Grund für das schlechte Abschneiden beschäftigt anstatt sich mit den Mavs auseinanderzusetzen. Klar, der Zusammenbruch von Kobe Bryant und Co. ist schon spektakulär und wirft viele Fragen auf, doch ich finde es ebenso bemerkenswert, dass die Mavericks sich bisher als physisch und mental sehr stabil präsentieren. Vor allem Nowitzki liefert wieder den Beweis, eben doch kein Weichei zu sein. Ein Makel, der ihm in den USA schon seit Jahren anhängt. Natürlich ist er der Star eines Teams, welches immer wieder spektakulär gescheitert ist, doch am Ende des Tages ist Basketball nun einmal ein Mannschaftssport und einer alleine kann immer nur seinen Beitrag leisten. Das wird jedoch gerade in den amerikanischen Medien gerne übersehen, wo es vor allem darum geht, Heldengeschichten zu erzählen. Teams, welche effektiven Teambasketball spielen, werden gerne mal als langweilig bezeichnet in einer Liga, wo es darum geht, individuelle Highlights zu erzielen. Dabei braucht man sich nur die vielen Spiele im Dress des DBB in Erinnerung rufen, wo der Dirkster das deutsche Team im Alleingang zu Erfolgen führte.

Im Moment entscheidet sich zwischen den Oklahoma Thunder und den Memphis Grizzlies, wer als nächstes gegen die Mavericks ran muss. Ich werde wieder pessimistisch an die nächste Serie herangehen, es scheint ja zu helfen. :)

UPDATE: In der Nacht zu heute haben sich die Oklahoma Thunder durchgesetzt. Das erste Spiel steigt in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch.


Dit und Dat

Länger nix mehr geschrieben. Wobei es an Themen, die ich eigentlich anschneiden wollte, sicherlich nicht gemangelt hat: Fukushima, erster grüner Ministerpräsident, unser Urlaub in München, um nur ein paar zu nennen. Letztlich ist dann doch viel zu viel Zeit ins Land gestrichen, aber nu bin ich ja wieder da. :)

Blog gehackt

Schon vor einigen Tagen machte mich mein Provider darauf aufmerksam, dass wohl mein Blog gehackt wurde. Daraufhin habe ich gleich WordPress aktualisiert und die dazugehörigen Plugins auch auf den neuesten Stand gebracht. Zwei Tage später sah ich dann, dass dies leider nicht die erhoffte Abhilfe brachte. Bei einem Blick in meinen Webspace fand ich hunderte Seiten, die jeweils nur ein, zwei Links enthielten, ansonsten aber leer waren. Offensichtlich war es gelungen, eine Schwachstelle in meinem Blog auszunutzen (leider ist mir bisher noch nicht klar, wie genau das vonstatten gegangen sein könnte) und die index.php mit zusätzlichem Code zu versehen, der diese Seiten automatisch generiert und im Blog ablegt.

Zum Glück bin ich auf folgende Seite gestoßen, deren Tipps zur Behebung ich befolgt habe. Zunächst habe ich dabei WordPress noch einmal neu aufgespielt, um die manipulierte index.php loszuwerden und im Anschluß daran sowohl das Passwort zum Blog als auch zum Webspace abgeändert. Seitdem ist auch Ruhe, ich hoffe für länger. Das Ganze hat mich insgesamt anderthalb Stunden gekostet und ist mehr als nur nervig.

Gärtner

Zu unserer Wohnung, in die wir im August eingezogen sind, gehört auch ein Stück eigener Garten. Und da das Wetter gerade so Bombe ist, halten wir uns da auch ganz viel auf. Auch erste Versuche der Gartengestaltung haben wir schon unternommen und unser erstes eigenes Beet angelegt. Unter anderem soll es dann Gladiolen zu Tage fördern (“Tod oder Gladiolen“).

Zudem haben wir auch ein schönes Außengehege für Naldo und Carla, unser Zwergkaninchen-Pärchen. Im letzten Jahr hatten wir die beiden auch schon draußen stehen und da kamen irgendwann zwei wilde Kaninchen vorbei und schauten sich ganz interessiert die viel kleineren und eingesperrten Exemplare von uns an. Clash of the civilisations, wenn man so will. So ein eigener Garten ist tatsächlich so ein kleines Stückchen wie Urlaub, zumal wir hier auch echt in einer superruhigen Ecke wohnen und man manchmal nicht viel mehr hört als das Zwitschern der Vögel und manchmal eine dicke Hummel, die vorbei summt.

Film-Tipps

Zwei Filme haben wir in der letzten Woche gesehen. Zunächst einmal “The Road“, die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Cormac McCarthy. Die Hauptrolle spielen Vater und Sohn, welche nach einer (nicht genauer beschriebenen) nuklearen Katastrophe durch die verwüsteten USA ziehen und dabei immer wieder mit dem Verlust der Menschlichkeit im Angesicht der Apokalypse konfrontiert werden. Sowohl Buch als auch Film sind sehr düster und weit davon entfernt, ein Happy-End zu haben. In meinen Augen fühlt man nicht einmal einen Hauch von Hoffnung. Vielleicht nicht unbedingt ein Film für einen netten Filmabend.

Der zweite Film war “Mary & Max“, ein Knet-Animationsfilm. Mary ist ein achtjähriges Mädchen aus Australien, das sehr einsam ist und irgendwann im Postamt Telefonbücher der Stadt New York findet. Sie beschließt, sich eine Adresse auszusuchen und notiert sich schließlich die Adresse von Max, einem Mann über 40, der unter Angstattacken leidet und genauso wie Mary keine Freunde hat. Zwischen den beiden entspinnt sich über die Jahre eine Brieffreundschaft, welche durch Mißverständnisse und einen längeren Krankenhausaufenthalt von Max auf die Probe gestellt wird. Es ist ein sehr rührender Film, der dennoch ohne klassisches Happy-End auskommt. Klare Empfehlung.


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