Enter Shikari in Hamburg

Am Montag war ich mit der Nachtfliegerin und dem Lord in der Markthalle, um Enter Shikari zu sehen. Da waren wir drei schon vor knapp zwei Jahren und das war ein Fest, weshalb ich mich auch schon auf das Konzert gefreut habe. An der Markthalle waren wir ein bißchen sehr früh, so ca. 19:20 Uhr. Der Einlass war aber erst sehr viel später, so dass wir uns noch ein bißchen die Beine in den Bauch gestanden haben, bzw. der Lord noch verzweifelt ein Ticket an den Mann zu bringen versuchte. Hat nicht geklappt. Irgendwann durften wir dann endlich in die Halle und sind gleich nach vorne gegangen, um uns in der ersten Reihe seitlich von der Bühne zu positionieren. In der Markthalle lässt sich nur in der Mitte durchdrehen, da die Seiten in Form von Treppen leicht nach oben gehen. Auf eben so einer Treppenstufe haben wir es uns dann bequem gemacht.

Um punkt neun kam dann die Vorband, die Qemists. Die vier Jungs und ein Mädel machen eine Mischung aus Drum ‘n Bass und Rock. Ich musste die ganze Zeit an Asian Dub Foundation denken, doch wenn man sich das Album mal anhört, ist es schon ein bißchen anders. War auf jeden Fall sehr gut, auch wenn da mehr Effektgeräte als alles andere auf der Bühne rumstanden und das Ganze auch locker vom Band hätte kommen können. Danach dann der obligatorische Umbau für Enter Shikari.

Um kurz vor zehn kamen die vier dann auf die Bühne und ab ging die Post. Da gab es dann amtlich auf die Fresse. Man kann ja sagen, was man will, aber die Kollegen haben mords einen an der Waffel, nicht mehr alle Tassen im Schrank oder wahlweise nicht mehr alle Latten am Zaun. Aber alles im Sinne, dass sie einfach richtig geil abgehen. Die Security war nur mäßig begeistert von den Versuchen der Band, sich dem Crowdsurfing hinzugeben und zog die Jungs immer wieder zurück auf die Bühne. Nach 80 Minuten und einer guten Mischung aus alten und neuen Songs vom kommenden Album war dann Schluß und wir zogen von dannen. Fotos der Show kann man sich bei der Nachtfliegerin zu Gemüte führen.

Abschließend lässt sich sagen, dass wir viel Spaß hatten. Aber wir haben uns auch mächtig alt gefühlt zwischen den ganzen 16jährigen Aushilfsemos. Ich fordere getrennte Seniorenbereiche, die Konzertbesuchern ab dreißig offenstehen. Da gibt es dann gemütliche Sofas und Früchtetee. Und das Konzert war das erste, welches ich mit Gehörschutz absolviert habe, was angesichts der Tatsache, dass wir ca. einen Meter schräg vor der Boxenwand standen auch nicht ganz verkehrt war. Kommt dennoch genug im Innenohr an. :-)


Polit-Dilemma

Das Jahr 2009 ist ein so genanntes Superwahljahr und der Höhepunkt steigt dann am 27. September mit der Bundestagswahl. Das Problem ist dabei, wen man überhaupt noch wählen will/kann/soll. Nichtwählen ist auch keine Option, aber die Parteien machen es einem auch nicht wirklich einfach.

CDU: Ah, es hätte so schön sein können für Angie Merkel. Drei Jahre lang war sie die lächelnde Kanzlerin. Probleme im Innern wurden nicht gelöst, aber man machte immerhin außenpolitisch eine gute Figur. Wahrscheinlich hatte sich Merkel schon gefreut, die Regierungszeit bis zur diesjährigen Wahl einfach auszusitzen, ohne groß in Schweiß zu kommen. Dann kam die dumme Finanzkrise und seitdem wird rumgehühnert. Die Abwrackprämie verschiebt den Crash der Automobilbauer um einige Monate. Wird sie eingestellt, sehen sich VW und Co. einem völlig übersättigten Markt gegenüber. Die Konjunkturprogramme haben nur einen garantierten Erfolg: die Erhöhung der Staatsschulden. Am Ende sind es die Steuerzahler, die zur Kasse gebeten werden.

Aber natürlich gibt es da noch mehr Spezis in den Reihen der Christdemokraten. Allen voran der Kämpfer für Bürgerrechte Wolfgang Schäuble. Wenn er könnte, würde er alle Bundesbürger in Haft nehmen, denn jeder stellt eine potentielle Gefahr dar. Auch ist sich Wolle nicht zu schade, unliebsame Verfassungsorgane zu kritisieren. Und dann haben wir ja auch die Ursula von der Leyen. Supermutter und Internetexpertin. Hat sich in meiner internen Liste von Politiklieblingen weit nach oben geschoben. Statt Kinderpornografie an der Wurzel zu bekämpfen und die Täter mit aller Härte zu verfolgen und die Opfer zu schützen, darf man sich die Sachen jetzt nicht mehr im Netz angucken. So kann man auch so tun, als tue man alles mögliche. Zudem lassen sich die Sperrlisten des BKA auch prima mit allerlei anderen unliebsamen Inhalten füllen. Dumm nur, dass die Sperren technisch völlig ineffektiv sind und leicht umgangen werden können. Die Organisation Care Child konnte mit einfachsten Mitteln die Regierung bloß stellen.

SPD: Ja, die SPD. In weiten Teilen auch nicht mehr als das Anhängsel in der Großen Koalition. Macht alles brav mit, was die CDU vorbringt. Der Wahlkampf wird mit der Ankündigung einer Reichensteuer eröffnet, die soziale Gerechtigkeit symbolisieren soll. Was dahinter steckt kann man sich hier durchlesen.  Vielleicht sollte die SPD einfach das Sozial aus dem Namen streichen, das wäre wenigstens ein Stück weit ehrlich. Schön auch, dass die SPD in ihrem Wahlprogramm die FDP einerseits als Verantwortliche für den “gescheiterten Marktradikalismus” benennt, aber andererseits eine Ampel-Koalition zusammen mit den Grünen für möglich hält. Aber Müntefering findet das ja eh doof, dass Parteien immer an ihren Wahlkampfaussagen gemessen werden.

FDP: Der Guido ihm sein Wahlverein. Brauch man nicht drüber reden. Ein Spitzenkandidat, der sich nicht zu schade ist, ins Big Brother-Haus einzuziehen? Und ich gebe einen feuchten Scheiß drauf, wie lange das her ist. Das einzig positive an den Gelben ist der Umstand, dass sie sich immerhin gegen die Beschneidung von Bürgerrechten wehren.

Die Grünen: Nun also zu unseren “Ökos”. In meiner Wahrnehmung sind die Grünen wie die FDP eine Partei der Besserverdienenden, nur dass sie sich einen ökologischen Anstrich geben. In Hamburg geben sie den Juniorpartner (lies: Ja-Sager) für die CDU. Das alleine ist schon schlimm genug. Als erstes wurde dann auch das umstrittene Kohlekraftwerk Moorburg abgenickt. Vor der Wahl hatte man Moorburg noch  verhindern wollen. Naja, man hat ja auch gewisse Sachzwänge, wenn man an der Macht ist, oder?

Die Linke: Die Linke ist auch ein Beispiel dafür, dass man sich als Oppositions-Partei auch gerne mit überzogenen Forderungen aus dem Fenster lehnen darf. Unlängst macht Lafontaine mit einem Spitzensteuersatz von 80 Prozent von sich reden. Doch in Berlin, wo die Linke schon länger zusammen mit der SPD regiert, zeigt sich, dass man auch bereit ist, soziale Kürzungen mitzutragen. Streichung von Sozialtarifen bei den Verkehrsbetrieben, Privatisierung von Wohnungsgenossenschaften, usw. Auch hier zeigt sich, dass von den vollmundigen Versprechungen oft nicht viel übrig bleibt, wenn man erstmal die Hebel in der Hand hat.

Tja, und nun? Im Moment liebäugel ich mit der Piratenpartei. Die setzt sich immerhin für mehr Bürgerrechte auch und gerade im Netz ein. Das Problem daran ist, dass sie zum einen noch nicht an der Bundestagswahl teilnehmen kann, da noch eine Menge Unterschriften fehlen. Zum anderen ist die Partei programmatisch in anderen Bereichen wie Wirtschaft, Bildung oder Soziales eher schwach aufgestellt (oder sagen wir: gar nicht). Vielleicht würfel ich einfach in der Wahlurne aus, wem ich meine Stimme gebe. Oder ich stelle eine Liste mit Pro und Contra für jede Partei auf und schlucke die “kleinste Kröte”. Aus dem Bauch heraus wären das wohl die Grünen. Alles nicht einfach.


Berlin, Berlin!!!!

Ah, mit etwas Verspätung noch ein kurzer Jubel über den Halbfinal-Sieg des glorreichen SVW gegen die Jungs aus Stellingen. Mann des Tages war eindeutig Tim Wiese. Vor dem Spiel heizte er mit mutigen Sprüchen die Atmosphäre noch auf und ich muss ehrlich sagen, dass ich mir dachte, er möge doch die Klappe halten. Doch im Elfmeterschießen zeigt er Eier (die Kahn mal schmerzlich vermisst hat) und fischt drei Elfer raus. Sehr schön. 1:0 in der vier Spiele umfassenden Derby-Serie gegen den Stellinger SV. Vielleicht ein kleiner püschologischer Vorteil. Nächsten Donnerstag dann Teil 2 im heimischen Weserstadion. Falls jemand schon verwirrt sein sollte, da steigt das UEFA-Cup-Halbfinal-Hinspiel.


Olé, Olé, Olé

Gestern abend wurden die Bayern nach Strich und Faden vom FC Barcelona verprügelt/vernichtet/gedemütigt. Das war Fußball vom Allerfeinsten, ich fand es aber ein bißchen enttäuschend, dass Barca nach der Halbzeit ein bißchen das Tempo rausgenommen hat, denn hier wäre locker ein zweistelliges Ergebnis drin gewesen. Hach, war das schön. Ah, da höre ich schon wieder die Stimmen: “Aber Du darfst doch nicht gegen einen deutschen Verein sein. Wir müssen doch zusammenhalten!”. Pfft. Meinetwegen können die Bayern jeden Tag so vermöbelt werden. Gilt übrigens auch für den HSV, Wolfsburg, Schalke und fast alle anderen.

Und dann noch eine Doku, die ich am Dienstag abend gesehen habe: “Der gläserne Deutsche”, ein Filmbeitrag über Datensammler und Co. Sehr interessant. Kann man sich auch in Mediathek des ZDF noch einmal zu Gemüte führen.


Wer hat den Längsten?

Seien wir doch mal ehrlich: Twitter ist auch nur ein virtueller Schwanzvergleich. Wer hat die meisten Follower und wer kann am meisten Tweets am Tag raushauen, um viel mehr geht es doch am Ende des Tages nicht, auch wenn die Medien versuchen, einem was anderes zu erzählen. Endlich gibt es dann auch eine Seite, die all die Grunddaten in eine vergleichbare und einfache Kennzahl umwandelt. Die Penislänge. Viel Spaß, liebe Twitterfans mit: Epenis.


Ein kleiner Spaziergang

Endlich kommt die Sonne mal raus. Nachdem ich heute den ganzen Tag am Schreibtisch gesessen habe, bin ich abends mal in den nahen Wümmewiesen herumgestreunt. :-)


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