Dialoge aus dem Leben

Heute bei Ikea gewesen und dann versucht, ein Schrank zu bestellen. War gar nicht soo einfach.

Ich: „Schönen guten Tag, wir würden gerne so ein Pax-System bestellen und nach Lüneburg liefern lassen. Ich habe hier auch schon einen Ausdruck der benötigten Teile“

Verkäufer: „Okay, dann gebe ich das mal kurz ein.“

Ich: „Liefern Sie auch am Samstag?“

V: „Also, wir liefern ja gar nicht, sondern das macht Hermes, aber die kommen auch am Samstag“

Irgendwann hat der junge Mann die Artikel in den Computer gehackt und auch unsere Adresse aufgenommen.

V: „Möchten Sie noch den IKEA-Einkaufsservice nutzen? Das ist so eine Art Rundum-Sorglos-Paket und kostet nur 25 Euro.“

Ich: „Und was beinhaltet das? Eine verlängerte Garantie?“

V: „Nein, das bedeutet, dass IKEA-Mitarbeiter die Teile des Schranks für sie aus dem Regal holen und für die Lieferung vorbereiten.“

Ich: „Häh?! Ich zahle 90 Euro für die Lieferung und muss mir dann die Sachen selbst zusammensuchen?“

V (debil grinsend): „Ja, genau.“

Ich: „Na gut, nehmen wir das auch.“

V (lässt sich vom Computer die Liefertermine anzeigen): „Also, ich kann Ihnen nächsten Donnersag anbieten zwischen 08:00 Uhr und 14:00 Uhr“

Ich: „Geht nicht. Eigentlich kommt nur der Samstag in Frage.“

V (scrollt durch die nächsten Wochen): „Ich kann Ihnen Donnerstag in einer Woche anbieten. Oder den Montag danach.“

Ich: „Äh, meine Frau und ich sind berufstätig, daher geht nur der Samstag.“

V: „Ja, aber samstags liefert Hermes nicht nach Lüneburg!“

Ich: „Aber Sie meinten doch, die liefern auch am Samstag…“

V: „Das stimmt, aber nur innerhalb Hamburgs.“

Ich: „Häh?!……….“

Ende vom Lied: Wir haben nicht bestellt, sondern ordern den Kram über das Internet. Pfft!


Three Lions in Africa – Part I

Nach dem gestrigen WM-Auftakt der englischen Nationalmannschaft könnte man es sich sehr einfach machen und alle Schuld auf den unglückseligen Keeper Robert Green laden. Natürlich ist sein Patzer peinlich und reiht sich nahtlos ein in die Serie an Flops, die englische Keeper in den letzten Jahren immer wieder produzieren. Doch dann nimmt man die 10 anderen Spieler auf dem Platz aus ihrer Verantwortung. Und die haben im Spiel gerade einmal zwei, drei gute Chancen herausspielen können.

Eigentlich war die Stimmung vor der WM gut im englischen Lager. Man hatte eine souveräne Qualifikation gespielt und immerhin auch die Kroaten locker hinter sich gelassen. Und auch wenn ich die Einschätzung einiger englischer Medien nicht teile, dass England Mitfavorit ist, bin ich eigentlich davon ausgegangen, dass die Mannschaft eine gute Rolle spielen würde. Der Hauptgrund für meinen Optimismus sitzt auf der Bank und kommt aus Italien. Der englische Coach Fabio Capello hat die Mannschaft im Griff und aus ihr zumindest in der Quali eine taktisch disziplinierte Einheit geformt. Darüber hinaus machte er nicht den Eindruck, dass er sich von seinen Spielern auf der Nase rumtanzen lässt. Seine Vorgänger Sven-Göran Eriksson und Steve McClaren wirkten diesbezüglich nicht immer souverän.

Und das gestrige Spiel fing ja aus englischer Sicht gut an. Schon in der vierten Minute legt Heskey auf Gerrard ab, der in den Strafraum zieht und den Ball an Tim Howard vorbeilegt. Danach jedoch sah man wirklich italienische Züge im Spiel der Three Lions: die Mannschaft überließ die Initiative den Amerikanern und versuchte früh, das Ergebnis zu verwalten. Das klappte bis zur 40. Minute auch ganz gut, bis sich Rob Green einen harmlosen Schuß von Clint Dempsey einfach mal selbst reinlegte. Danach hatten die Engländer noch 50 Minuten Zeit, den Fauxpas des Keepers auszubügeln, doch spielerisch und taktisch war das ein Offenbarungseid. Hinzu kommt ein beschämender Mangel an Einsatz und Leidenschaft. Nur einen möchte ich von der Kritik ausnehmen: Wayne Rooney. Der Mann ist gelaufen, hat gerackert und war mit fortlaufender Spieldauer fast überall auf dem Platz zu finden. Doch einer alleine kann es auch nicht richten.

Enttäuschend ist dies vor allem, wenn man sich anschaut, dass bspw. im Mittelfeld Frank Lampard und Steven Gerrard ihre Kreise ziehen. In ihren Vereinen sind beide absolute Stars und Führungsspieler. Lampard hat als Mittelfeldspieler für den FC Chelsea 22 Tore in der abgelaufenen Saison erzielt. Man hätte also von einem der beiden gestern ruhig mal erwarten können, dass er das Spiel an sich reißt und mit gutem Beispiel vorangeht. Aber Pustekuchen! In den letzten Jahren konnte die englische Nationalmannschaft eigentlich nie die Erwartungen erfüllen, die man in sie gesetzt hatte. Von der EM 2004 einmal abgesehen, war das vor allem spielerisch immer mehr als fraglich. Oftmals wirkt das Team völlig gehemmt und Top-Stars bleiben regelmäßig unter ihren Möglichkeiten.

Wenn es spielerisch nicht läuft, sollte man sich auf klassisch britische Tugenden verlassen können: Kämpfen, ackern, laufen. Doch oft wirken Spiele der englischen Nationalmannschaft bei großen Turnieren eher wie Stehgeigerkonzerte. Dabei zeigte die deutsche Nationalmannschaft in den Jahren 2002 und 2006, wie man weit kommt, wenn man auf Teamgeist zurückgreift und als Mannschaft geschlossen auftritt. Es ist jetzt an Fabio Capello, die Mannschaft aufzurütteln und ihr das nötige Leben einzuhauchen. Weder Slowenien noch Algerien sind Gegner, vor denen man sich in die Hose machen muss, doch mit solch einem Auftreten wie im ersten Gruppenspiel wird es schwer werden.


Ciao Hotte

Also, am heutigen Tag hat Bundespräsident Horst Köhler seinen Hut genommen und spontan abgedankt. Nach seinen Äußerungen zum Thema Militär und wirtschaftliche Interessen fühlte er sich ungerecht angegriffen. Köhler hat die Aussagen aber nun einmal getätigt und auch wenn sich viele sicher sind, dass er das alles ja nicht so gemeint hat, dann waren die Dementis aus dem Bundespräsidialamt eher verhalten. Die Frage ist, ob ihn wirklich die Kritik so angewidert hat oder ob er nicht eher davon enttäuscht war, dass ihm Merkel und Westerwelle als Vorstandsvorsitzende unserer Prachtregierung nicht zur Seite standen. Egal, jetzt wird am besten Roland Koch Bundespräsident. *würg*


Ach, Horst

Schon seit Jahren bringen Gegner von so genannten Friedensmissionen (wie bspw. in Afghanistan) das Argument, dass es hier weniger um die Befriedung und Demokratisierung von bestimmten Regionen geht, sondern eher darum, den Zugang zu Rohstoffen und Märkten zu sichern. Die Befürworter solcher Auslandsmissionen der Bundeswehr/NATO taten sowas immer mehr oder weniger als schwachsinniges Gefasel linker Pazifisten ab, die einfach den Tatsachen nicht ins Auge blicken wollten.

Nun meldet sich Horst Köhler zu Wort, seines Zeichens Bundespräsident der BRD und offizielles Staatsoberhaupt unseres Landes. Viel hat man von ihm in den Jahren seiner Amtszeit nicht gehört. Natürlich hat der Bundespräsident nur wenig Macht und Einfluss, aber ein Roman Herzog hat wenigstens mal seine berühmte „Ruck“-Rede gehalten. Köhler blieb gerade in der Finanzkrise erstaunlich ruhig, obwohl er mal Chef des IWF war und somit sicherlich ein bißchen Ahnung von der Materie hat.

Nun hat Horst Köhler dem Deutschlandradio ein Interview gegeben, wobei vor allem folgendes Zitat doch einigermaßen aufsehenerregend ist:

„Meine Einschätzung ist aber, dass insgesamt wir auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer Größe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch Außenhandelsabhängigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militärischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale Instabilitäten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurückschlagen negativ durch Handel, Arbeitsplätze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“ (Quelle)

Ich finde es erstaunlich, dass diese Aussagen in den angeblich etablierten Medien nur wenig bis gar keine Beachtung finden. Immerhin stellt sich hier eine politisch hochrangige Persönlichkeit hin und eröffnet das Szenario von militärischen Einsätzen, um die heimische Wirtschaft zu stützen/stärken. Mal ganz abgesehen davon, dass es sich hier um einen verfassungsrechtlich mindestens fragwürdigen wenn nicht gar verfassungswidrigen Vorgang  handeln würde. Hat Horst nur ausgesprochen, was bei der politischen Führung unseres Landes Konsens ist? Das er sich verplappert und es sich um unbedachte Äußerungen handelt, würde ich einfach mal bezweifeln. Bald also dann deutsche Soldaten für billiges Öl? Oder schaffen wir uns neue Kolonien an, um den Zugang zu Rohstoffen zu sichern? Diese Aussagen scheinen also die eingangs erwähnten Argumentationen der Kritiker bspw. des Afghanistan-Einsatzes zu stützen und sind aus meiner Sicht nicht weniger als skandalös.


Tour de Force

Uff, langsam haben wir uns wieder von diesem Wochenende erholt, auch wenn die Frau noch immer alle halbe Stunde die Äuglein schließt, um ein wenig zu schlummern. Donnerstag ging es nach der Arbeit los in Richtung Magdeburg. Für die Fahrt hatten wir einen VIP-Mitfahrer der besonderen Art: ein Meerschweinchen. Tja, eine Mutter aus der Nähe von Hannover hatte ein Meerschweinchen für die Kinder gekauft. Nur leider in Verden und so haben wir den Transport übernommen. Halt mal was anderes. Wir hatten auch noch einen menschlichen Mitfahrer, der uns mit seinen zwei IPhones beeindruckte und seinen Einblicken in die Kunst, mit vier Frauen gleichzeitig über diverse Kanäle zu flirten. Ganz wichtig dabei: Alle mit unverfänglichen Kosenamen ansprechen, dann kann man auch keine Vornamen verwechseln. Habe ich mir doch glatt notiert. :)

In Magdeburg dann noch einen American Diner aufgesucht und danach in die DJH eingecheckt. Dabei habe ich gemerkt, dass ich meine schicken schwarzen Schuhe in Bremen vergessen hatte. Sehr schön, dann also mit schwarzen Sneakern und Jeans auf die Hochzeit. Nützt ja nischt. Am Freitag früh hoch, denn um zehn war Antreten beim Standesamt angesagt. Der Trausaal war sehr schön und das Ambiente dem feierlichen Ereignis angemessen. Nach der Trauung ging es dann unter lautem Gehupe quer durch Magdeburg nach Alt Prester zur Kirche, einem Restaurant direkt an der Elbe, wo noch eine Zeremonie im Freien abgehalten werden sollte. Bei strahlendem Sonnenschein saßen wir draußen und wohnten diesem schönen Ereignis bei. Die Zeremonie war super gemacht und war sehr bewegend. Manch eine hat auch geweint. ;)

Nach der Zeremonie gab es ein Mittagsbuffet mit Häppchen und Tomatensuppe. Die Häppchen waren nicht so ganz meins, aber die Suppe war der Brüller. Dreimal habe ich nachgelegt, so gut war die. Mjam. So um drei war wieder Locationwechsel angesagt und es ging ins Elbelandhaus. Wieder direkt an der Elbe. Nach Kaffee und Kuchen ging es dann erstmal auf die Terrasse, weiter Sonne tanken. Die meisten hatten zwar einen Sonnenbrand, aber wenn schon, dann richtig. Abends dann noch ein leckeres Buffet mit allerlei Köstlichkeiten, Spiele und um Mitternacht rundet die Hochzeitstorte das gelungene Fest ab.

Um eins waren wir wieder im Bett und um sieben Uhr morgens klingelte der Wecker. Vor uns lagen noch drei Möbelhäuser. Das erste kurz und schmerzlos in Dörverden, danach ins Küchenstudio nach Langwedel. Inklusive einer Einführung in die vier Grundaufgaben einer Dunstabzugshaube sowie einer philosophischen Auseinandersetzung mit dem Thema „Was ist ein Markengerät?“.  Den Abschluss bildete dann ein Besuch bei Dodenhof, in der Selbstdarstellung ganz unbescheiden „Die Einkaufsstadt, die alles hat“. Hier dann wieder durch die Küchen- und Schlafzimmerabteilung gewirbelt, inkl. ausführlichem Matratzentest. Sollte man aber nicht machen, wenn man total müde ist, denn so wird jede Matratze zur Wohltat. Abends wieder nach Hause und nach einer Runde Grillen noch zugucken, wie die Bayern den Po versohlt bekommen. Fein.


Eilmeldung!!

Es ist wieder soweit. In nicht mal vier Wochen beginnt die Fußball-WM in Südafrika. Darauf freue ich mich, denn zum einen hofft man auf tollen Fußball und zum anderen kann man so auch mal völlig abseitige Begegnungen sehen, wie bspw. Honduras gg. Chile. Sonst eigentlich völlig uninteressant, aber im Kontext eines großen Turniers schaue ich mir alle Spiele an, die ich zu sehen bekomme.

Worauf ich aber getrost verzichten kann, ist dieses mediale Brimborium. Heute schafft es das gerissene Innenband von Michael Ballacks Knöchel die ganze Nation in Atem zu halten. Was ist schon die Eurokrise oder der De-Facto-Bürgerkrieg in Thailand, wenn doch Michi Aua hat. Wobei heute kann ich das gerade noch nachvollziehen, denn schließlich hat Deutschlands einziger Weltklasse-Fußballer der letzten Jahre die Segel streichen müssen. Richtig schlimm wird es dann erst wieder zur WM, wenn jeder Fernsehsender krampfhaft versucht, sein Programm mit WM-bezogenen Nachrichten interessant zu gestalten.

Am Ende ist man über alles im Bilde. Man weiß, was die Nationalspieler essen, was sie trinken, was sie abends auf dem Zimmer so machen. Und Miro Kloses Durchfall wird dann als Eilmeldung durchs Programm getrieben inklusive erster Analyseergebnisse seines Stuhls. Da ist es doch einfacher, Fan der englischen Mannschaft zu sein. Das Mediengezeter auf der Insel, was sicherlich dem deutschen in Nichts nachsteht, wenn es nicht sogar noch extremer ist, bekommt man hier kaum mit. Ab und an kann man mal online gucken, ob was Interessantes passiert ist und das wars. Oh, da kommt eine neue Sondermeldung: Schweinsteiger hat Schluckauf, vielleicht kann er die nächste halbe Stunde nix trinken. Hoffentlich beeinträchtigt das nicht die Chancen der deutschen Elf.


Metro 2033: Buch vs. Spiel

In den letzten Tagen konnte ich mich glücklich schätzen, die gleiche Geschichte in zwei unterschiedlichen Medien erleben zu dürfen. Schon seit knapp 2 Monaten habe ich mich durch das Buch „Metro 2033″ gearbeitet. Vor einem Monat kam auch das gleichnamige Spiel für die Xbox 360 noch hinzu. Das letzte Mal hatte ich ein ähnliches Szenario bei der Herr der Ringe-Trilogie, wo ich parallel zum ersten Film die Bücher las. Ja, totally Crossmedia und so. :D

Wie schon aus dem Titel zu ersehen, spielt Metro 2033 in eben jenem Jahr 2033. Die Menschheit hat sich mehr als 20 Jahre vorher mit Atomwaffen die Köpfe eingeschlagen und die wenigen Überlebenden der russischen Metropole Moskau haben sich in die Tunnel und Bahnhöfe der Metro geflüchtet, wo sie ihr Dasein fristen. Die Oberfläche der Stadt ist aufgrund der hohen radioaktiven Strahlung unbewohnbar und nur wenige trauen sich überhaupt in die zerstörte Stadt, um nach verwertbaren Gegenständen zu suchen. Die atomare Apokalypse hat dazu geführt, dass zahlreiche Tier- und Pflanzenarten mutiert sind und diese neuen Lebensformen sind nicht unbedingt freundlich. Interessant an dem Setting ist die Tatsache, dass sich einzelne Stationen der Metro zu Allianzen politischer und/oder religiöser Natur zusammengeschlossen haben. Es gibt Kommunisten, das Vierte Reich, die Hanse oder auch die so genannte Polis. Alles Fraktionen mit eigenen Interessen und Terrritorien. In der Metro lebt auch Artjom, ein junger Mann, dessen Station von den so genannten „Schwarzen“ heimgesucht wird, ein Feind, der die ganze Metro bedroht. Artjom wird auf eine alles entscheidende Mission geschickt und von seiner Reise handeln Buch und Spiel.

Das Spiel fällt leider im direkten Vergleich der beiden Medien deutlich ab. Es wird irgendwie nicht so deutlich, warum man jetzt diese Reise durch die Metro unternehmen soll und viele Zusammenhänge bleiben unklar. Zudem fand ich die Entscheidung, aus der Geschichte einen Ego-Shooter zu machen nicht so gut. Gerade das Setting mit den vielen Fraktionen, denen man während der Reise durch die Metro begegnet, wäre aus meiner Sicht viel besser für ein Rollenspiel geeignet. Stattdessen läuft man durch dunkle Tunnel und ballert ab und an auf Horden an Mutanten. Das ist dann nach 2-3 Stunden Spielzeit auch höchst langweilig. Angeblich soll „Metro 2033″ in Richtung Survival Horror (à la Resident Evil) gehen, aber gruseln tut man sich gar nicht. Einzig die immer wieder knapp bemessene Munition sorgt für ein bißchen schwitzige Hände. Mich hat zudem belustigt, dass man ständig im Spiel Hinweise auf das Buch findet. Mal liegen Ausgaben von „Metro 2033″ in den Unterkünften der Menschen oder es finden sich Poster, die dezent auf das Buch hinweisen.

Ich habe das Spiel nicht durchgespielt, da es mich nicht wirklich in seinen Bann ziehen konnte. Das Buch habe hingegen beendet und fand es sehr gut. Der Autor wird manchmal ein bißchen ausufernd in seinen Beschreibungen der Umgebung, aber das ist nicht wirklich schlimm. Das Setting wird hier wirklich schön ausgereizt und man wird auch viel mehr in die Handlung hineingezogen. Jetzt ist nur die Frage, ob ich mir auch das Buch „Metro 2034″ gebe, denn bei Amazon kommt die Fortsetzung nicht so gut weg. Manchmal macht das gute alte Lesen doch mehr Spaß.


Tour de l’est

Die letzte Woche die Frau und ich damit zugebracht, ein bißchen den Osten der Republik zu bereisen. Erster Stopp auf der Tour war dabei Dresden, wo wir uns ein paar Tage bei den Schwigereltern eingenistet haben. Dabei haben wir es uns ein paar Tage gut gehen lassen und weniger unternommen als vielmehr abgehangen und entspannt. Dabei konnten wir den ersten Besuch im Eiscafé für dieses Jahr verzeichnen. Zudem haben wir schonmal für den bevorstehenden Sommerurlaub aufgerüstet und ein bißchen die Binnenwirtschaft angekurbelt. Und am Ostermontag haben wir uns dann mal die Festung Dresden angeschaut, um ein bißchen auf Kultur zu machen. :) Abgerundet wurde der Dresden-Besuch durch den ersten gemeinsamen CD-Kauf und die Planung des ersten gemeinsamen Konzertbesuchs. Und das nach fast 6 Jahren Beziehung. Am 16.05. geht es zu Silly nach Hamburch.

Dienstag nach Ostern sind wir dann in den Norden gefahren, genauer gesagt nach Rostock. Nach unseren Flitterwochen haben wir dort schon einen Zwischenstopp eingelegt und da uns das dort so gut gefallen hat, haben wir uns entschlossen, da mal ein paar Tage am Stück zu verbringen. Nach der Ankunft haben wir erstmal gepennt und danach dann den ÖPNV genutzt, um in die City zu kommen. Da haben wir mal ein bißchen die Gegend erkundet und sind zum Abschluß des Tages ins Kino und haben uns „Shutter Island“ angeguckt. Kann man machen, muss man aber nicht. So richtig hat mich der Film nicht überzeugt, auch wenn er nicht wirklich schlecht ist.

Mittwoch haben wir erstmal das Zimmer gewechselt, da wir irgendwie in einem Raucherzimmer gelandet waren und auch Dauerlüften nix half. Anschließend haben wir die Hühner gesattelt und sind bei strahlendem Sonnenschein nach Warnemünde an die Ostsee gefahren. Das war ein richtig schöner Tag mit Bummeln und Sonnen, Bummeln und Sonnen.. . Gab auch einen leichten Sonnenbrand zu verzeichnen. Abends dann essen gegangen und dabei das CL-Spiel zwischen Bayern und Manchester verfolgt.

Einen Tag später haben wir den Zoo Rostock besucht, den ich nur empfehlen kann. Ist echt nett dort und wir haben einige Zeit gebraucht, um alles zu erkunden. Es war auch angenehm leer, so dass man nirgends lange anstehen musste oder es großes Gedränge gab. Nach dem Zoo sind wir nochmals in die Innenstadt, haben aber schnell mit qualmenden Socken aufgegeben. Abends dann mal den Pizzadienst getestet und für gut befunden.

Freitag dann sind wir erst nach Bad Doberan und haben uns dort den Münster sowie das alte Kloster angeschaut. Anschließend ging es dann nach Kühlungsborn, wieder an der Ostsee spazieren. Aber irgendwie sagte uns der Ort nicht zu, ich fand Warnemünde ehrlich gesagt schöner. Vielleicht liegt es auch daran, dass diese klassischen Seebäder wie Binz, Kühlungsborn usw. sich alle sehr ähnlich sind, während Warnemünde eher ein alter Fischerort mit Hafen ist und mehr Charme versprüht. Neben Kühlungsborn liegt Heiligendamm, bekannt durch den G8-Gipfel von vor drei Jahren. Abgesehen von dem riesigen Grand Hotel findet man dort nix. Da das Hotel sich über eine große Fläche in Strandnähe erstreckt, mussten wir von unserem Parkplatz aus erst einen langen Weg um das Hotel laufen, um an den Strand zu kommen. Die feinen Herrschaften möchten unter sich bleiben. Den Tagesabschluss bildete der Besuch im Shopping-Center sowie der Besuch beim Griechen, wo es eine Lage Fleisch mit Fleisch gab. :) Das war sie dann, unsere Tour de l’est.


Moderne Kriegsführung 2

Vorletztes Wochenende habe ich Call of Duty – Modern Warfare 2 beendet. Zeit, sich mal zu dem Spiel ein wenig zu äußern. MW2 sorgte schon vor Erscheinen für einige Diskussionen. Es gibt im Spiel eine Szene, wo man als Undercover-Agent in eine russische Terrorgruppe eingeschleust wird. Um das Vertrauen der Gruppe zu erhalten/festigen, muss man an einem Massaker auf einem Moskauer Flughafen teilnehmen, bei dem wehrlose Zivilisten ermordet werden. Die Diskussionen entzündeten sich genau an zwei Dingen: zum einen der Sinnhaftigkeit dieser Szene und zum anderen daran, dass die deutsche Version hier beschnitten ist. In Deutschland darf man keine Zivilisten töten, aber die Wachleute, die sich gegen die Terroristen zur Wehr setzen. Kann man auch einfach mal so im Raum stehen lassen.

Der erste Teil setzte Standards für moderne Ego-Shooter in Sachen Inszenierung, Pacing und auch Multiplayer. Der zweite Teil bietet im Kern einen guten bis sehr guten Shooter. Doch was an diesem Spiel nervt, ist die hanebüchene Story, die versucht, die Episoden zu einem Ganzen zu vereinen. Das wirkt leider so, als habe man einen Praktikanten in eine Besenkammer gestopft, damit er sich was Nettes einfallen lässt. Spoiler ahead: Am Ende der oben genannten Flughafenszene wird man vom Chef der Terroristen stumpf erschossen. Die russischen Sicherheitskräfte finden die Leiche, identifizieren sie als CIA-Agenten und dann fallen die Russen (unter Führung eines Despoten namens Makarov) in die USA ein. Nach einem heftigen Lachkrampf habe ich dann doch weitergespielt. Es wird nicht wirklich besser. Am Ende ein billiger Storytwist, der schon mal auf den nächsten Teil einstimmt.

Was mich daran ein bißchen irritiert hat, ist die Tatsache, dass das Spiel aller Orten die dicksten Wertungen einheimst (94% bei Metacritic). Seit Jahren heißt es, dass Videospiele Kulturgut sind und man doch auch mal anfangen solle, Videospiele wie bspw. Filme oder Bücher zu rezensieren. Dann sollte man auch mal konsequent sein und hier mal schlechtere Wertungen vergeben, einfach weil die Story so schlecht und konstruiert ist und weil die Flughafenszene scheinbar nur dazu da ist, um zu provozieren. Leider wird diese Szene von den Gegnern so genannter „Killerspiele“ nur zu gerne als Argument aufgenommen werden. Wenn Videospiele wirklich ernst genommen werden wollen, dann sollte man auch mal die Story wie bei einem Film oder Buch mit einfliessen lassen.  Natürlich gibt es auch trashige Filme mit einem mieser Handlung, aber keiner würde diese durch die Wertungen in den Rang eines Meisterwerks erheben.


Don’t call it a Rollenspiel

Letzte Woche habe ich Mass Effect 2 abgeschlossen und wollte mich mal kurz dazu äußern.

The Good:

Die Grafik des Spiels ist der absolute Hammer. Ich kann mich kaum daran erinnern, ein so gut aussehendes Spiel auf der 360 bisher gespielt zu haben. Dazu hat man noch einige schwere grafische Probleme aus Mass Effect 1 ausmerzen können, so dass der Look des Spiels wie aus einem Guss wirkt und man nicht aufgrund von technischen Problemen aus der Spielwelt gerissen wird. Ein weiterer Schwachpunkt im ersten Teil war die Steuerung in den Shooter-Passagen, die oft sehr hakelig war. Oft genug blieb man an Objekten hängen oder hatte das Problem, dass der Charakter auf dem Bildschirm nicht so ganz das macht, was man eigentlich möchte. Dadurch habe ich dann doch das eine oder andere Mal das Zeitliche gesegnet, was mich dann unnötig auf die Palme gebracht hat. Hier hat Entwickler Bioware noch einmal Hand angelegt und so für ein sehr flüssiges Spielerlebnis gesorgt.

Bioware ist bekannt dafür, dass sie ihren Spielen eine sehr gute Story verpassen. Das ist schon in Mass Effect 1 der Fall gewesen und setzt sich nun im zweiten Teil nahtlos fort. Man hat hier eine richtige Space Opera aufgezogen und die epische Geschichte vom Kampf gegen die so genannten Reaper ist um Lichtjahre besser als die Story der meisten anderen Games. Vor allem schafft es das Spiel, einem die Charaktere näher zu bringen und verschafft ihnen darüber hinaus eine gewisse Tiefe, da die meisten Crew-Mitglieder, die man im Laufe der Zeit anheuert, nicht einfach nur schwarz oder weiß sind. Das ist zwar bei weitem kein Kammerspiel mit ausufernden Charakterstudien, aber eine gelungene Abwechslung zu Stories wie „Die bösen Terroristen kriegen Atomwaffen von den bösen Russen und jetzt müssen wir alle töten.“ Im Spiel muss man auch ständig Entscheidungen treffen, die entweder böse oder gut sind und den Charakter entweder in Richtung Heiliger oder Teufel bringen. Manchmal ist relativ offensichtlich, welche Entscheidung zu welchem Ergebnis führt, aber es gibt auch Situationen, in denen das nicht so klar ist und sich erst später herauskristallisiert. Um das Ganze abzurunden, gibt es auch einige „Entweder oder“-Situationen, in denen es keine offensichtlich „gute“ Entscheidung gibt und man letztlich nur zwischen Pest und Cholera wählen kann.

The Bad:

Leider hat das Spiel auch einige Macken. Zum ersten kann man jeden Planeten, der einem über den Weg läuft, abscannen. Dies dient vor allem dazu, Rohstoffe zu sammeln, mit denen man Waffen-, Panzerungs- oder Raumschiff-Upgrades kaufen kann. Dabei muss man im Rahmen eines Minispiels den Planeten einmal komplett absuchen und immer dann eine Sonde auf den Planeten schießen, wenn der Ausschlag bei einem der Rohstoffe besonders hoch ist. Das hört sich nicht nur unglaublich lahm an, es ist es auch. Es ist das Äquivalent zu den unglaublich dämlichen Planetenausflügen mit dem Spürpanzer aus dem ersten Teil. Damals fuhr man mit einer Art „Fuchs“-Spürpanzer aus dem 26. Jahrhundert auf Planeten rum, um Artefakte und Rohstoffe einzusammeln und um Nebenmissionen zu erfüllen. Dabei sahen die Planeten weitgehend gleich aus und irgendwie wirkte es ziemlich aufgesetzt.

In Mass Effect 2 kann man über das Scannen der Planeten Anomalien finden, die immer darauf hinweisen, dass man hier eine kleine Nebenmission zu erfüllen hat. Leider hinken diese Zufallsmissionen dem Rest des Spiels weit hinterher. Teilweise sind die so dumm, dass man das Gefühl hat, man wollte ein paar Praktikanten beschäftigen. Vor allem sind sie teils sehr kurz. Die kürzeste hat vielleicht drei Minuten gedauert, sprich das Laden vor und nach der Mission war länger. Da kann man sich das dann auch sparen.

Was ich auch schade finde, ist die Tatsache, dass der im ersten Teil noch stark präsente Rollenspiel-Anteil hier auf Sparflamme runtergefahren wurde. Ich bin kein Hardcore-Rollenspieler und wenn ich bei meinem Charakter auch noch einstellen kann, ob er Links- oder Rechtsträger ist, dann ist mir das ein bißchen too much. Aber hier hat man kaum noch Optionen. Man kann eine Klasse auswählen (Soldat, Techniker, usw.), man kann ein ganz kleines bißchen Aufleveln und das wars dann auch. Da bietet Tetris bald mehr Möglichkeiten. So ist Mass Effect 2 eigentlich ein Third-Person-Shooter und kein Rollenspiel.

The Verdict:

Auch wenn vielleicht der Eindruck des bisher Geschriebenen täuscht, aber mir hat das Spiel richtig Spaß gemacht. Die positiven Facetten überwiegen bei Weitem, auch wenn einige Kleinigkeiten den Gesamteindruck trüben. Ich wollte aber darauf einfach mal eingehen, da das Spiel ansonsten überall abgefeiert wird wie nix Gutes. Ganz so euphorisch bin ich ehrlich gesagt nicht. Ich freue mich aber schon auf den dritten Teil, der dann wohl in zwei Jahren erscheinen wird und dann die Geschichte zu einem (hoffentlich interessanten) Ende bringt.

Für das Gesamtpaket gibt es von mir 8/10 Punkte.


Follow

Get every new post delivered to your Inbox.