Der kleine Wartesaal zum Glück

Heute Sprechstunde bei der schon angesprochenen Dozentin gehabt. Von halb eins bis zwei Uhr sollte sie Hof halten, also habe ich meine Hühner so gesattelt, dass ich dann um kurz vor eins da war. Es war eine Sprechstunde ohne feste Terminvergabe. Normalerweise trägt man sich in eine Liste ein und kommt so zu seinen 10 Minuten Anteilnahme. Als ich die Treppe hochkrabbelte sah ich schon ein Knäuel von jungen Damen. Erster Gedanke: Robbie Williams hält eine Autogrammstunde; Zweiter Gedanke: das Mächengymnasium St. Anna aus Oberachhausen macht einen Tagesausflug, um sich die Uni anzugucken. Bevor ich die Meute auffordern konnte, hier nicht den akademischen Betrieb aufzuhalten und sich zu verziehen, kam mir noch ein dritter und schmerzhafter Gedanke: Die wollen auch zur Sprechstunde und ich bin schon so alt, dass die Ladies einfach viel jünger aussehen. Und so war es dann auch. Nach fünf Minuten habe ich dann gemerkt, dass sich das a) noch lange hinziehen kann und b) der Füllstand meines Magens mit sagte, dass ich vielleicht mal ein kombiniertes Frühstück/Mittagessen einwerfen sollte. Das war dann eine Bratswurst, Kartoffelpüree und Wirsingmatsch. Schmackofatz kann ich da nur sagen.

So, nach der Stärkung dann zurück und die Reihen hatten sich schon minimal gelichtet. Also habe ich mir noch 100 Minuten die Beine in den Bauch gestanden. Mich mit der Beschaffenheit der Raufasertapete im Flur auseinandergesetzt. Mich gefreut, dass nicht so einer von diesen verdammten Gitarrenheinis da ist. Ihr wisst, was ich meine: die Leute, die auf jeder Party erst stundenlang von ihren Gitarrenkünsten erzählen, bis sie die dahinschmachtende Frauenmeute dazu überreden kann, doch mal ein paar Sachen zu klimpern. Hier ziehen Nirvana und Simon & Garfunkel bestimmt gut. Schade fand ich, dass man da kein Lagerfeuer machen konnte, um nicht ein paar Marshmellows zu rösten oder die eine oder andere tote Ratte. Aber das Leben lehrt uns, dass es kein bunter Teller ist. Ja, gerade als ich mir ausgemalt habe, wie es wäre, wenn wir die Nacht da verbringen müssten, wurde ich dann doch noch eingelassen. Vier Minuten später durfte ich dann gehen. Sag noch einer, dass Leben ist langweilig.

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2 Gedanken zu “Der kleine Wartesaal zum Glück

  1. Wir hatten gestern nach der Klausur auch die grandiose Idee in die Mensa zu gehen. Und ich fands mal sehr lecker.
    Aber ich glaub ich hätte auch den Inhalt einer Pfütze gestern nach der Klausur lecker gefunden.

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