Eurovision Song Contest

So, ich schreibe dann hier mal parallel zu den Geschehnissen beim Eurovision Song Contest in Belgrad. Im Moment jodelt die letztjährige Gewinnerin, die mal echt aussieht wie ein Typ. Für Deutschland treten die No Angels an, denen ich mal prophezeie, in die Low-5 zu gelangen, also den fünf schlechtesten Beiträgen. Man darf gespannt sein. Vor allem die Russen haben schwere Geschütze aufgefahren. Deren Song wurde von Timbaland produziert, der Geiger spielt auf einer 300 Jahre alten Stradivari-Geige (wohl kein Geld für ein aktuelles Modell) und im Background-Chor stehen auch Opern-Diven. Die Alte aus dem letzten Jahr ist endlich fertig und die beiden Moderatoren kommen. Die Klamotten in dezentem Grau, vielleicht aber haben die nur noch nicht das neueste Ariel-Waschmittel mit Anti-Grau-Effekt.

25 Titel werden wir über uns ergehen lassen und die No Angels kommen als Viertes. Es geht los:

Rumänien – Nico & Vlad: kommen auf die Bühne. Oha, klarer Fall von Schnulze. Kann ja heiter werden. Meterdicker Schmalz und leider auf Rumänisch, so dass sich nicht sagen läßt, was da gesungen wird. Jetzt kommt nach dem Typen die Frau dran. Jetzt wird der Song ein bißchen mehr funky und wenn er singt, schläft man glatt wieder ein. Oh Gott, wo ist die Vorspultaste, wenn man sie braucht?

Großbritannien – Andy Abraham: Der Junge sieht ja aus wie 70. Aber der Song gefällt mir schon mal besser als der rumänische Beitrag, auch wenn es am Ende des Tages auch nur 08/15-Ware ist. Der Typ erinnert mich ein bißchen an Ray Allen von den Boston Celtics in der NBA.

Albanien – Olta Boka: Gerade erst 16, die Albanerin. Sieht aber älter aus. Und gar nicht mal schlecht. Nur der Fummel sieht Panne aus. Wie so ein Mantel von einem Zirkusdirektor. „Das Lied ist scheiße“ schallt es zu meiner Rechten. Naja, Ballade mit ein bißchen E-Gitarre. Haut keinen vom Hocker. Gleich dann die No Angels.

Deutschland – No Angels: Jetzt wird es peinlich. Der zusammengecastet Haufen soll jetzt mit dem Song „Disappear“ also die Massen wegrocken. Schade, dass der Song an Belanglosigkeit kaum zu überbieten ist. So typische Spullermucke, die den ganzen Tag im Radio läuft. Man sieht auch fast Sandys Schlüpper, was der größte Aufreger an dem Auftritt gewesen sein dürfte.

Armenien – Sirusho: Ahhh, Ethno-Pop vom Feinsten. Ist echt wie aus der Konserve. Der Refrain geht irgendwie wie „Kille, Kille“. Irgendwo gibt es doch bestimmt eine Ethno-Pop-Mafia. An einem bestimmten Ort werden die Beats und die Instrumente eingespielt und im jeweiligen Land werden dann die landestypischen Instrumente und der Gesang hinzugefügt. So hört sich das beim Griechen, Italiener und beim Dönerladen immer gleich an, nur die Sprache ist anders und das eine oder andere Instrumente. Genau die Jungs haben auch diesen Song produziert.

Bosnien & Herzegovina – Laka: Okay, jetzt mal etwas anderes. Der Typ scheint nicht mehr alle Latten am Zaun zu haben. Guckt ein bißchen debil und sein weiblicher Sidekick erinnert an Nina Hagen. Könnte aber ein Außenseiter-Tipp sein, da der Auftritt schon was anderes ist als die anderen. Vier strickende Bräute im Hintergrund zum Beispiel. Und der Song gefällt auch ein bißchen.

Israel Boaz Mauda: Ballade mit furchtbar viel Pathos. Da wird einem ja schlecht. Und der Ton fällt immer mal wieder kurz aus. Ist das ein Kommentar der Tonregie zu dem Song? Puuh, das war ja zum Glück kurz.

Finnland – Teräsbetoni: Stahlbeton heißt das. GEIL!!!!! Wieder Metal vom Feinsten. Die volle 80er-Nummer. Manowar und Co. lassen grüßen. Nach Lordi vor zwei Jahren der nächste Versuch mit Heavy-Mucke. Junge, Junge, da ist das einfach zu kalt und zu lange dunkel bei den Finnen. Die haben doch alle einen Knall, aber wenigstens einen positiven. Ich glaube, ich lass mir Teräsbetoni auf den Arsch tätowieren. METAL!!!!!!

Kroatien -Kraljevi ulice feat. 75 Cents: 75-jähriger Rapper? Eieiei, die binden ihre Rentner noch aktiv ins Geschehen ein. Die Band besteht aus Straßenmusikern und irgendwie hört sich das auch so an. Hört sich schon ziemlich beliebig an. Oha, Opa rappt. Geht ab wie ein alter Mann. Am besten ist die Tänzerin im roten Kleid, die kann man sich schon mal anschauen.

Polen – Isis Gee: Mal wieder eine Ballade. Das Kleid ist auch nicht soo schön. Gastkommentar von rechts: „Zu lange in der Sonne gelegen und keine Taille“. Und dann Schmalz pur als Song verpackt. Alter, die Zähne sind ja weißer als weiß. Sagt ihr keiner, dass das total scheiße aussieht? Pffft. Müll.

Island – Euroband: Oha, Eurodance-Müll aus dem hohen Norden. Man, da hätten die auch mal ein paar Island-Ponys wiehern lassen können und das wär besser gewesen. Ich dachte ja, so einen Rotz macht man seit Mitte der 90er nicht mehr. Knallpinke Schuhe zum schwarzen Kleid. Farbenblindheit kann durchaus ein Segen sein. Aufhören. Mein Vorschlag für das nächste Mal.

Türkei – Mor ve Ötesi: Also, eine türkische Protestband, die sich gegen atomare Aufrüstung ausspricht. Erinnert mich ein bißchen an die Heroes del Silencio, falls sich noch jemand an die Band entsinnen kann. Der Sänger hat mal akkurat gezupfte Augenbrauen. So weit geht der Protest dann auch nicht. Song ist ganz brauchbar, aber nach Euroband ist alles ein Gewinn an musikalischer Qualität.

Kurze Pause mit den beiden Moderatoren-Pfeifen, die sich umgezogen haben; sie trägt einen silbernen Müllsack. Jetzt sind sie im sogenannten „Green Room“, wo sich die Teilnehmer aufhalten. Und die beiden Backstage-Reporter sind ganz schön crazy. Humor kann man sich leider nicht kaufen.

Portugal – Vania Fernandes: Oha, ist das die verschollene Zwillingsschwester von Kelly Osbourne? Der Blick lässt auf hohen Drogenkonsum schließen. Und wieder so eine lahme Ballade. Damit gewinnt die Alte doch keinen Blumentopf, mit dem Jammersong. Peter Urban sieht das anders, aber der moderiert eh nur Scheiße zusammen.

Lettland – Pirates of the Sea: Ach du Scheiße. Was ist das denn für ein Quark? Als wenn man Rednex in Piratenkostüme gesteckt hätte. Noch mehr Eurodance-Scheiße. Die könnten noch hinter den No Angels landen. Obwohl die Balten scheiben sich bestimmt gegenseitig die Punkte zu.

Schweden – Charlotte Perrelli: Hmm, das ist doch eine Werbung für misslungene Schönheits-OPs. Die soll 33 Jahre sein? Sieht aus wie 50. Oh Mann. Michael Jackson lässt grüssen. Obwohl zusammen mit dem Namen Perrelli kann man mit dem Look im Porno-Biz ganz groß rauskommen. Der Song ist auch so eine Eurodance/-trash Nummer. Gastkommentar: „Außerdem ist der Kopf für den Körper zu groß“.

Dänemark – Simon Mathew: Ja, ist ganz okay. „Roger Cicero der Dänen“ sagt die Liebste. Einen Fan scheint der junge Mann ja schon zu haben. Hmm, irgendwie Durchschnittskost.

Georgien – Diana Gurtskaya: Joana Zimmer ist zurück. Okay, sie hat dunkle Haare. Und die arme Georgierin hat man in so eine Art SM-Outfit gestopft, mit ultra-hohen Stiefeln. Leute, die ist blind!! Die kann sich doch gar nicht dagegen wehren. „Steht mir das?“ „Jaja, sieht toll aus“. Jetzt hat sie nach einem billigen Zaubertrick ihr Nachthemd an. Naja, der Song ist nett. Nett wie die kleine Schwester von Scheiße.

Ukraine – Ani Lorak: Schon wieder so eine Dance-Nummer. Okay, nicht ganz so trashig wie die Nummern aus Island oder Lettland. Und die Sängerin sieht gar nicht so schlecht aus. Könnte schlimmer sein. Oh ja, räkel dich! Aua, da gab es Haue von rechts.

Schon wieder das Moderatoren-Pack. Sie jetzt mit billiger Tapete als Kleid. Kann man da nicht mal Leute hinstellen, die das auch können? So unwitzig.

Frankreich – Sebastien Tellier: Aha, hat irgendwas mit Air und Daft Punk zu tun. Frauen mit Bart als Background-Chor und der Typ kommt mit einem Golfwagen rein. Die Nummer hat dann doch eher weniger mit Air und Daft Punk zu tun. Und ist auf Englisch, was wohl in Frankreich für einen mittelschweren Skandal gesorgt hat. Naja, ein entschiedenes „Geht so“.

Aserbeidschan – Elnur & Samir: Ein Engel-Eunuch? Alter, da tun mir die Ohren weh. Jungs, singt nicht auf Englisch, wenn ihr es gar nicht könnt. Langweilig!!! Next!

Griechenland – Kalomira: Oha, eine R’n’B-Nummer. Hört sich extrem nach Timbaland an. Vergleichen sie bitte: Justin Timberlake, Madonna, Nelly Furtado und vergleichen sie vor allem die Beats. Bei irgendeinem Song kommt ein sehr ähnlicher Beat vor. NAch kurzer Recherche herausgefunden, dass die Komponisten von Kalomira sich ein bißchen bei Timbaland und dessen Song Give it to me bedient haben.

Spanien – Rodolfo Chikilicuatre: Okay, auch die Spanier mit einer Klamauk-Nummer. Der Typ mit einer Elvis-Tolle auf dem Kopf. Ansonsten ist das Lied knapp auf dem Niveau von „Macarena“. Warhscheinlich sogar noch darunter. Next! Scheint auch noch der Extended-Remix zu sein.

Serbien – Jelena Tomasevic: Die Schmalzballade wurde von der Moderatoren-Pfeife wohl komponiert. Naja, er kann mal ganz klar beides nicht. Aber der Titel landet bestimmt weit oben am Ende. Bei so viel Pathos.

Russland – Dima Bilan: Oh Mann, mal sehen, ob man mit Geld den Titel kaufen kann. Timbaland hats produziert, die Stradivari ist auf der Bühne und ein ehemaliger Olympiasieger zieht seine Bahnen auf dem Kunsteis. Schade, man hätte dem Jungen mal eine Tüte Englisch kaufen sollen. Hört sich scheiße an, wie er das da ausspricht. Und der Song ist jetzt auch nicht so geil. Dumm, dass die Eisfläche knappe 2qm groß ist. Schade, dass er die anderen nicht über den Haufen fährt. Und dann packt die Wurst von Sänger noch die Hühnerbrust aus. Junge, geh mal trainieren. Fragt sich nur, wo das ganze Geld hingeflossen ist. War echt nicht so dolle.

Norwegen – Maria: Glückwunsch, die letzte Teilnehmerin. Hört sich ein bißchen an wie die Soul-Nummern a la Amy Winehouse und Duffy. Ist nicht unbedingt schlecht.

So, das wars. Ich hoffe, dass die Finnen von Teräsbetoni gewinnen, aber am Ende stehen die Russen, Ukrainer oder Serben vorne. Im Schnelldurchlauf wird einem noch einmal bewusst, wieviel Scheiße man da über sich in den knappen zwei Stunden ergehen lässt. Nach Ablauf der Abstimmungsfrist noch ein bißchen serbische Folklore. Ja, nee, kann man machen.

So, nun also die Punktevergabe. Mal sehen, was dabei am Ende rauskommt. Hier ein paar lose Gedanken….Nachdem 9 Länder abgestimmt haben, sind die No Angels Letzter mit 0 Punkten….. Leck mich am Arsch!! 12 Punkte, nur von wem. Wir haben gepennt. Scheiße aber auch. Hat Mallorca abgestimmt?……Dieses Hin- und Hergeschiebe von Punkten in den osteuropäischen Ländern ist ja lächerlich……Die Russen sind niemals so gut………und immer dieses Geschleime a la „Hello, it was a beautiful evening!“…..die No Angels auf dem drittletzten Platz nach 20 Ländern……ah, die Deutschen haben 12 Punkte aus Bulgarien bekommen, da wo die Lucy herkommen tut, das erklärt alles…….hat wohl ihre gesamte Familie angerufen……immerhin ist Großbritannien ist noch hinter dem deutschen Beitrag……die Polen geben jawohl Punkte, wenn die schon unsere Autos klauen……sind die eigentlich alle taub, dass die den Russen 12 Punkte geben? Oder haben die Schiss vor einem Einmarsch der Roten Armee?…..vielleicht sind sie auch einfach alle abhängig von den Rohstofflieferungen der Russen…..jetzt die Holländer: selbst die geben keine Punkte, vielleicht einfach mal fluten, den Laden…..die Türken vielleicht: auch die Türken geben nicht einen einzigen Punkt…..sieht so aus, als sollten sich die Russen den Sieg kaufen können…..die Briten ziehen an den Deutschen vorbei, ebenso wie die Polen und die No Angels sind Letzter…..2 Punkte aus der Schweiz, tsss…..*schnarch*….is bald vorbei, ich kann nicht mehr……

So, die Russen haben die Nummer also gewonnen. Tja, kann man nichts machen, aber war ja vorher schon abzusehen. Die Serben bekommen relativ wenig Punkte. Deutschland auf Platz 23, punktlgleich mit Polen und Großbritannien. Die Bulgaren verhindern also einen kompletten Griff ins Klo. Vielleicht einfach mal zu Hause bleiben im nächsten Jahr. Bin jetzt mal auf die Diskussionen gespannt, in denen man sich jetzt den Kopf zerbricht, was man tun kann, um wieder erfolgreicher zu sein. Vielleicht einfach mal einen interessanteren Titel ins Rennen schicken. Oder ein paar Länder annektieren. Ich gehe jetzt ins Bett.

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Ein Gedanke zu “Eurovision Song Contest

  1. Na zum GLück hab ich mir das nicht angesehen…
    Aber vielen, vielen Dank für diese grandiose Zusammenfassung – jetzt weiß ich zumindest, was ich nicht verpasst habe. 😉

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