Deutsch ins Grundgesetz

Seit den Bundestagswahlen 2005 regiert Angela Merkel als Kanzlerin der Großen Koalition in diesem Land. Bisher hat sie jegliche Kontroversen vermieden, die Finger von den wirklich wichtigen Problemen des Landes gelassen und sich ihrer hohen Popularitätswerte erfreut. Soweit ist das nichts, was nicht auch schon andere Bundeskanzler getan hätten und von daher befindet sie sich dort in guter Gesellschaft. Was traurig genug ist. Dieser Tage findet in Stuttgart der Parteitag der CDU statt, der die Partei für die Bundestagswahlen im nächsten Jahr in Stellung bringen soll. Zeitgleich befindet sich die Weltwirtschaft in schweren Turbulenzen, die auch auf Deutschland gravierende Auswirkungen haben werden. Eine Möglichkeit also für Frau Merkel, mal zu zeigen, dass sie auch in schweren Zeiten führen kann und dass ihre CDU ein Rezept für die schweren Zeiten hat. Ganz offensichtlich sieht das die Parteibasis der CDU anders und fasst lieber erstmal den Beschluss, die deutsche Sprache ins Grundgesetz aufzunehmen. Neben der Festlegung, dass die Farben der Landesflagge Schwarz-Rot-Gold sind und die Bundeshauptstadt Berlin ist.

Way to go, liebe CDU. Jaja, auch andere EU-Staaten haben die Nationalsprache in die Verfassung aufgenommen, aber wenn andere von der Brücke springen, dann springen wir ja auch nicht gleich hinterher. Oder? Von der Partei, die im Moment die meisten Wählerstimmen hinter sich vereinen kann, erwarte ich einfach, sich den wirklich wichtigen Problemen zu stellen und nicht mit solchen Schwachsinnsbeschlüssen zu glänzen. Was kommt demnächst? Das Reinheitsgebot für Bier ist auch typisch deutsch und das kann man ja auch ins Grundgesetz aufnehmen. Oder die Kriterien, die einen reinen deutschen Schäferhund ausmachen. Und dann wundern sich die Politiker, wenn die Wähler sich entnervt vom Treiben in der Politik abwenden. Vielleicht einfach mal Probleme lösen, anstatt Scheindiskussionen zu führen. Oder um es abgwandelt mit Felix Muster zu sagen: „…oder stell ich mir Politik zu einfach vor…“?

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2 Gedanken zu “Deutsch ins Grundgesetz

  1. www.blutwerte.org

    Das Problem was unsere Politker wahrscheinlich haben, ist dass sie von der Krise nicht so viel zu spüren bekommen wie wir. So reden sie lieber über so unwichtige Dinge. Wir merken die finanziellen Belastungen viel eher.

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