Maschinengott

Deus Ex: Human Revolution (fortan lieber DEHR) kam im letzten August auf den Markt und führt das Deus Ex-Universum weiter. Oder um es genauer zu formulieren, es spielt vor den bisherigen Deus Ex-Teilen im Jahr 2029 und stellt damit ein Prequel dar.

Man schlüpft in die Rolle von Adam Jensen, der beim international tätigen Biotech-Konzern Sarif Industries die Sicherheitsabteilung leitet. Zu Beginn des Spiels wird ein Hochsicherheitslabor von Sarif angegriffen und im Zuge des Angriffs wird Jensen schwer verletzt. Nur durch den Einsatz modernster Medizin und Augmentierungen kann Jensens Leben gerettet werden. Augmentierungen sind kybernetische Erweiterungen des menschlichen Körpers, wie künstliche Arme und Beine oder auch Augen. Sie können in nahezu allen Bereichen eingesetzt werden und dienen dabei nicht nur der Behandlung von medizinischen Notfällen, sondern können auch zu „Optimierung“ freiwillig eingesetzt werden.

Nach den umfangreichen Eingriffen ist Jensen mehr oder weniger ein Cyborg, eine Mensch-Maschine Mischung. Er versucht die Hintergründe des Anschlags auf das Labor aufzuklären und wird dazu u.a. in Detroit und Hengsha (China) tätig. Dabei wird er zunehmend in den Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern der Augmentierungen hineingezogen. Die Bewegung „Purity First“ wendet sich komplett gegen die Verwendung von Augmentierungen und die Optimierung des Menschen über die natürlichen Grenzen hinaus. Im Verlauf des Spiels wird deutlich, dass sich hinter dem Anschlag auf das Labor mehr verbirgt als nur ein reiner Gewaltakt oder Industriespionage. Doch gespoilert wird hier nicht J

DEHR lässt einem im Verlauf des Spiels ziemlich viele Freiheiten, was die Herangehensweise angeht. Klassischerweise basiert die Deus Ex-Serie auf dem Stealth-Prinzip und auch in DEHR kann man das Spiel (bis auf die Bosskämpfe) durchspielen, ohne einen Gegner zu töten. Man kann aber auch das Gegenteil machen und als Ein-Mann-Armee durchs Spiel marschieren und eine nicht zu übersehende Blutspur hinterlassen. Ich habe eine Mischung aus beiden Varianten verwendet, mit einem leichten Hang zum Shooter. Dies hat vor allem damit zu tun, dass ich oftmals die Geduld nicht aufbringen konnte, mir erst die Bewegungsprofile meiner Gegner einzuprägen, um darauf aufbauend meine Aktionen zu planen.

Neben der Frage Schleichen oder Ballern spielt das Hacken von Computern und Überwachungssystemen eine ziemlich große Rolle im Spiel. Dies geschieht in Form eines kleinen Minispiels und ist auch auf der einfachsten Stufe mitunter sehr fordernd. Im Verlauf des Spiels erhält man Erfahrungspunkte und verdient Geld. Beides lässt sich in den Erwerb neuer Augmentierungen bzw. in den Ausbau bestehender Augmentierungen stecken, um dann entweder seine Kampf-, Hack- oder auch Schleich-Fähigkeiten zu verbessern.

DEHR schafft es nicht nur eine lebendige und atmosphärische Vision des Jahres 2029 zu zeichnen, sondern darüber hinaus auch, eine spannende Geschichte zu erzählen. Vor allem im Hinblick auf die ethische Frage, wieweit der Optimierungswahn der Menschen gehen darf und wann man noch ein Mensch ist.  Endlich mal ein Spiel mit einer ernstzunehmenden Story und einem Charakter, der nicht nur eine hirntote Killermaschine ist. Ich kann das Spiel nur jedem ans Herz legen.

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Auf Bali geht um Vier die Sonne unter

Ich freue mich, einmal ein Buch zu empfehlen, welches von jemandem geschrieben wurde, den ich sogar persönlich kenne. Mein werter Arbeitskollege Maik hat den Roman „Auf Bali geht um Vier die Sonne unter“ vor kurzem veröffentlicht und ich habe mir die Kindle-Version mal geholt.

Sven Bukholz ist BWL-Student ist mittlerweile schon im 16. Semester, doch eigentlich möchte er viel lieber Comedian werden. Wenn die ganze Nation einem Mario Barth zu Füßen liegt, kann das ja nicht so schwer sein. Leider kommt dem guten Sven sein wirklich großes Talent, die Prokrastination, immer wieder in die Quere und so kommt weder das Studium noch die Karriere als Spaßmacher wirklich voran. Auf dem Weg zu ewigem Ruhm und Anerkennung gibt es so viele Dinge, die einem immer wieder dazwischen kommen: Emails abfragen, ausschlafen, fernsehen, die Liste lässt sich beliebig erweitern.

Und dann sind da noch die skurrilen Geschichten um bspw. ein Hemd namens Tom, einen zugekoksten Hund und die gefräßige Schildkröte, die auch ganz zufällig Sven heißt. Auch die Frauen lenken unseren bemitleidenswerten Protagonisten immer wieder ab. Doch irgendwann hat es auch der inoffizielle Meister der Prokrastination geschafft und bekommt seinen ersten Auftritt als Comedian. Wie das Ganze ausgeht und ob Sven zum neuen Superstar am Comedy-Himmel avanciert, müsst Ihr schon selber herausfinden.

Neben dem Humor ist für mich die Stärke des Buchs, dass man sich so gut in Sven hineinversetzen kann. Zumindest ich kann es nachvollziehen, wie man immer wieder Tag für Tag im Studium mit den wirklich wichtigen Dingen zubringt, während man eigentlich doch im Hörsaal sitzen sollte, für Klausuren lernen oder an Hausarbeiten schreiben.  Ein wirklich kurzweiliges Lesevergnügen, dass ich uneingeschränkt empfehlen kann. Wer will, kann sich schonmal eine kleine Leseprobe gönnen.

Auf Bali geht um Vier die Sonne unter