Übern Tellerrand geschaut – Teil I

Da ich Twitter und Facebook aktuell nicht als „Linkschleuder“ nutze, weil ich da ja noch Pause mache, dachte ich mir, ich könnte ja ein paar interessante Artikel hier per Blog verteilen.

Brexit

Fangen wir mal mit dem Brexit an: ich persönlich bedauere das Ergebnis des Referendums und hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht. Letztlich haben sich (mal wieder) Emotionen gegen Rationalität durchgesetzt. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen das Brexit nun wirklich haben wird. Im Wahlkampf vor Referendums war die Immigration von EU-Ausländern (vor allem aus Osteuropa) eines der Hauptargumente der Brexit-Befürworter. Seit dem Ja zum Brexit nimmt die Zahl an rassistischen Übergriffen in Großbritannien zu. Augenscheinlich sehen einige den Ausgang des Referendums als Erlaubnis, ihren rassistischen Ressentiments mal Ausdruck zu verleihen:

In Huntingdon, Polish-origin schoolkids get cards calling them “vermin”, who must “leave the EU”. They come with a Polish translation, thoughtfully enough. From Barnsley, a TV correspondent notes that within five minutes three different people shout, “Send them home.” 

Dazu noch ein paar Gedanken eines Briten ägyptischer Abstammung.

Kinderbetreuung in Deutschland

Vom Brexit kommen wir zu einem ganz anderen Thema, über das in Deutschland eher selten gesprochen wird: der Qualität der Kinderbetreuung hierzulande. Die ZEIT hat in dem Zusammenhang eine Umfrage zu Zufriedenheit und Qualität in deutschen Kitas gestartet. Die dabei geschilderten Misstände lesen sich wie Erfahrungsberichte aus dem Vorhof der Hölle. Eine Expertin gibt dazu Tipps, welche Konsequenzen eine schlechte Btreuung haben kann und wie man die Zustände verbessern kann. Schön auch, dass offensichtlich weder die finanziellen noch die personellen Ressourcen bereitgestellt werden, um eine adäquate Kinderbetreuung anbieten zu können. Und noch schöner, dass man sich auf politischer Ebene gegen eine Einführung von Standards entschieden hat.

Blogs und Co.

Im Blog von dasnuf sind vor kurzem zwei interessante Artikel erschienen. Der erste ist ein Gastbeitrag, der sich mit der zunehmenden Professionalisierung gerade auch von Mama-/Elternblogs und den sich daraus ergebenden Scheinwelten befasst. Mir ist das neulich auch bei einem Blog aufgefallen, dass immer alles perfekt, einfach, problemfrei ist und man sich auch irgendwie fragt, was für Übermenschen das sein müssen.

Bloggerinnen zeigen uns ebenfalls Perfektionismus, in Hochglanz dargestellte Wohnungen, abwechslunsgreiche Deko, verführerisches Essen. Perfekte Postings professionalisierter Bloggerinnen sind eine notwendige Voraussetzung für bestehende und kommende Kooperationen. Zugleich nehmen sie aber in Anspruch, dass sie „eine von uns“ seien.

Der zweite Blogbeitrag zu dem Thema zielt aufs Gleiche ab, beginnt aber mit dem Informationsdurst von Neu-Eltern und auf welche Inszenierungen man heute in den Blogs so trifft sowie die Tatsache, dass man zu einer Frage eine Vielzahl von (teils verunsichernden) Antworten bekommt.

Zum eigenen Seelenfrieden – haltet euch fern von den inszenierten Realitäten. Das Leben mit Kindern ist nicht so. Haltet euch fern von Orten, die euch das glauben machen wollen (besser: seid euch dessen bewusst) und sucht euch ein Umfeld, das euch gut tut. Lest nicht in Internetforen! Googelt keine Kinderkrankheiten.

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