Übern Tellerrand geschaut – Teil I

Da ich Twitter und Facebook aktuell nicht als „Linkschleuder“ nutze, weil ich da ja noch Pause mache, dachte ich mir, ich könnte ja ein paar interessante Artikel hier per Blog verteilen.

Brexit

Fangen wir mal mit dem Brexit an: ich persönlich bedauere das Ergebnis des Referendums und hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht. Letztlich haben sich (mal wieder) Emotionen gegen Rationalität durchgesetzt. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen das Brexit nun wirklich haben wird. Im Wahlkampf vor Referendums war die Immigration von EU-Ausländern (vor allem aus Osteuropa) eines der Hauptargumente der Brexit-Befürworter. Seit dem Ja zum Brexit nimmt die Zahl an rassistischen Übergriffen in Großbritannien zu. Augenscheinlich sehen einige den Ausgang des Referendums als Erlaubnis, ihren rassistischen Ressentiments mal Ausdruck zu verleihen:

In Huntingdon, Polish-origin schoolkids get cards calling them “vermin”, who must “leave the EU”. They come with a Polish translation, thoughtfully enough. From Barnsley, a TV correspondent notes that within five minutes three different people shout, “Send them home.” 

Dazu noch ein paar Gedanken eines Briten ägyptischer Abstammung.

Kinderbetreuung in Deutschland

Vom Brexit kommen wir zu einem ganz anderen Thema, über das in Deutschland eher selten gesprochen wird: der Qualität der Kinderbetreuung hierzulande. Die ZEIT hat in dem Zusammenhang eine Umfrage zu Zufriedenheit und Qualität in deutschen Kitas gestartet. Die dabei geschilderten Misstände lesen sich wie Erfahrungsberichte aus dem Vorhof der Hölle. Eine Expertin gibt dazu Tipps, welche Konsequenzen eine schlechte Btreuung haben kann und wie man die Zustände verbessern kann. Schön auch, dass offensichtlich weder die finanziellen noch die personellen Ressourcen bereitgestellt werden, um eine adäquate Kinderbetreuung anbieten zu können. Und noch schöner, dass man sich auf politischer Ebene gegen eine Einführung von Standards entschieden hat.

Blogs und Co.

Im Blog von dasnuf sind vor kurzem zwei interessante Artikel erschienen. Der erste ist ein Gastbeitrag, der sich mit der zunehmenden Professionalisierung gerade auch von Mama-/Elternblogs und den sich daraus ergebenden Scheinwelten befasst. Mir ist das neulich auch bei einem Blog aufgefallen, dass immer alles perfekt, einfach, problemfrei ist und man sich auch irgendwie fragt, was für Übermenschen das sein müssen.

Bloggerinnen zeigen uns ebenfalls Perfektionismus, in Hochglanz dargestellte Wohnungen, abwechslunsgreiche Deko, verführerisches Essen. Perfekte Postings professionalisierter Bloggerinnen sind eine notwendige Voraussetzung für bestehende und kommende Kooperationen. Zugleich nehmen sie aber in Anspruch, dass sie „eine von uns“ seien.

Der zweite Blogbeitrag zu dem Thema zielt aufs Gleiche ab, beginnt aber mit dem Informationsdurst von Neu-Eltern und auf welche Inszenierungen man heute in den Blogs so trifft sowie die Tatsache, dass man zu einer Frage eine Vielzahl von (teils verunsichernden) Antworten bekommt.

Zum eigenen Seelenfrieden – haltet euch fern von den inszenierten Realitäten. Das Leben mit Kindern ist nicht so. Haltet euch fern von Orten, die euch das glauben machen wollen (besser: seid euch dessen bewusst) und sucht euch ein Umfeld, das euch gut tut. Lest nicht in Internetforen! Googelt keine Kinderkrankheiten.

USA-Trip – Teil VII – New York II

Sehr nice! Ich habe gerade diesen unveröffentlichten Beitrag gefunden, der den Abschluss des USA-Reiseberichts bildet. Ist auch gerade einmal 3,5 Jahre her, dass ich ihn geschrieben habe. Da kann man ihn auch mal veröffentlichen. :) 

New York – Part 3 (Tag 21):

Diesmal ist es die Kombination aus Wecker und Hochdruckreiniger, die uns aus dem Schlaf holen. Es ist Samstag und der Bürgersteig vor dem Hotel bekommt eine ordentliche Reinigung verpasst. Egal, wir wollten ja eh aufstehen. Nach der Bagel-Orgie zum Frühstück geht es mit dem Shuttle wieder nach Manhattan, wo wir uns in Richtung 49th Street aufmachen. Hier startet die TV & Movie-Tour, welche uns per Bus zu einigen Orten bringt, die als Fernseh- oder Filmkulisse gedient haben. Da war einiges dabei: Spiderman, Taxi Driver, I am Legend, Friends, usw. Die Reiseleitung war richtig gut und hat die Tour toll moderiert und ab und an entsprechende Clips gezeigt. Soweit ich mich erinnere war Rosanne eine ausgebildetere Schauspielerin und so wie ich das sehe, eine tolle Entertainerin. Zwischendurch gab es eine 25-minütige Pause in SoHo, wo wir uns zwischen sechs in der Nähe befindlichen Locations entscheiden konnten. Die haben uns aber nicht so wirklich angesprochen und vor der Bushaltestelle war ein Puma-Store, wo wir uns kurzerhand mit Schuhen eingedeckt haben.😉 Der zweite Teil der Tour führte uns u.a. am Ghostbusters-Hauptquartier vorbei. Nice.

Nach vier Stunden war die Tour vorbei und wir werden bei McGee’s rausgelassen. Der Pub, der dem McLaren’s aus How I met your mother als Vorbild gedient haben soll. Wobei das ungefähr genauso ist, als würde ich behaupten, ich wäre das Vorbild für die Figur des Superman. Weder die Raumaufteilung, noch das Interieur sind ähnlich und das McGee’s liegt auch nicht im Keller. Trööööt. Von da aus machen wir uns dann auf den Weg Richtung Central Park. Und Halleluja, ist das voll auf einem Samstag. Schon auf dem Weg versuchen Hundertschaften uns entweder Fahrradtouren oder eine Kutschfahrten anzudrehen. Irgendwann habe ich das Gefühl beim nächsten „Hey Guys“ jemandem eine reinhauen zu müssen. Der Park selber quillt über vor Leuten. Überall Artisten, Breakdancer, Verkäufer und dergleichen mehr. Ein bisschen „Peace and Quiet“ in NYC? No way!🙂

Wir laufen über eine Stunde durch den Central Park, ein weiteres Vorstoßen wird durch meine Weigerung, zu weit zu laufen, unterminiert. Vom Central Park geht es zum nahe gelegenen Niketown, der aber nicht so recht überzeugen kann. Zudem ist das Kontingent an Schuhen deutlich übererfüllt. Von dort aus wollen wir zum nächsten Applebee’s laufen, kommen aber an einem Helal-Stand vorbei, der eine Art Döner-Teller verkauft. Für sechs Dollar gibt es einen Berg Fleisch mit Reis und ein wenig Brot. Superlecker und für den Preis ein absolutes Schnäppchen. Mjam. Mit vollen Bäuchen schleppen wir uns zum Rockefeller Center, um hier zum „Top of the Rocks“ hoch zu fahren und den Blick über New York zu genießen. Ohne wirkliche Wartezeit geht es nach oben und wir genießen die Aussicht. Insgesamt sind wir knapp zwei Stunden oben und können durch die Dämmerung auch Fotos mit der beleuchteten Skyline machen. Me likes. Letzter Stop ist der Lego Store am Rockefeller Center, aber eigentlich sind wir schon viel zu kaputt, um noch groß was machen zu wollen. Also geht es mit der Subway wieder zurück ins Hotel.

New York – Part 4 (Tag 22):

Am letzten vollen Tag in New York lassen wir es eher ruhig angehen. Nach drei Tagen Sightseeing ist der Kopf voll von Eindrücken und was sicherlich schwerer wiegt: die Füße schmerzen. Nach dem obligatorischen Bagel-Frühstück fahren wir mit der Subway Richtung South Ferry Terminal. Von dort aus wollen wir dann mit der Staten Island Ferry fahren. Am Terminal angekommen müssen wir ca. 10 Minuten warten, bevor wir an Bord gehen können. Wir nehmen außen Platz, damit wir während der Fahrt entsprechend Fotos machen können. Das Motiv-Highlight ist natürlich die Freiheitsstatue, die wir in einiger Entfernung passieren. Einen Trip zu Lady Liberty haben wir uns geklemmt. Die Überfahrt nach Staten Island dauert ziemlich genau 30 Minuten. Am Ziel angekommen müssen wir dann jedoch von Bord und können nicht einfach wieder zurück fahren. Wir müssen einmal durch das ganze Terminal-Gebäude, bis wir in einer Wartehalle landen. Nach noch einmal 30 Minuten können wir dann wieder auf die Fähre. Dabei handelt es sich um denselben Pott, mit dem wir hergekommen sind. Das hat ein bisschen was von Schikane.

Wir nehmen wieder die Subway und fahren ein Stück in Richtung Uptown. Wir wollen uns den High Line Park anschauen. Es handelt sich dabei um eine stillgelegte Bahntrasse, die begrünt wurde und nun als Park dient. Wir müssen ein Stückchen laufen und als wir am High Line Park ankommen, fängt es erstmal richtig an zu regnen. Wir stellen uns erst einmal unter und glücklicherweise handelt es sich nur um einen kurzen Schauer. Wir schlendern die 1,6km entlang, wobei es relativ voll ist und angesichts der Tatsache, dass der Weg teils nur knapp zwei Meter breit ist, auch relativ dicht gedrängt. Nachdem wir den High Line Park durchquert haben, laufen wir in Richtung Penn Station/Madison Square Garden. Dort angekommen macht sich allmählich der Hunger bemerkbar. Wir suchen die Filiale von T.G.I. Friday auf, doch nachdem wir uns gesetzt hatten, sorgte die Karte für erstaunte Blicke, denn die Burger-Gerichte gingen so bei 19 Dollar los. Ganz offensichtlich ein Fall von moderner Wegelagerei. Also, schnell wieder gen Ausgang und ab nach Greenwich Village.

In Greenwich suchen wir das „Caliente Cab“ auf, ein Mexikaner. Jetzt auch keine Sonderpreise, aber eigentlich ganz angenehm. Einzig die Nachos mit Käse und Jalapenos sind echt eine Frechheit. Für acht Dollar bekommen wir genau acht Nacho-Chips, die einzeln mit Käse und Jalapeno belegt sind. Ich dachte, bei dem Preis würde man uns eine ganze Schüssel Nachos hinstellen. Das Essen ist aber sehr lecker und wir schlucken den Ärger wieder runter. Im Anschluss gehen wir noch ein bisschen in Greenwich und später im East Village bummeln. Doch so richtig viel Lust haben wir nicht mehr. Zum einen befällt uns langsam die Wehmut, dass wir morgen wieder zurückmüssen und zum anderen tun die Beine und Füße einfach zu sehr weh (Mimimimi!).
Heute geht es also früher zurück ins Hotel als das sonst der Fall ist. Im Hotel packen wir schon einmal die Koffer und legen die dampfenden Füße hoch.

Rückreise (Tag 23)

Unser Flieger geht erst abends um halb acht, doch da wir von Queens aus ganz nach Newark müssen, können wir nicht den ganzen Tag noch nutzen. Nachdem wir uns lange den Kopf zerbrochen haben, was wir noch machen können, verwerfen wir alle hochfliegenden Pläne. Wir checken gegen elf Uhr aus und ziehen mit Sack und Pack auf die Dachterrasse. Dort erwartet uns strahlender Sonnenschein und Temperaturen weit über 20 Grad. Hier chillen wir bis halb drei in der Sonne, bevor es per Subway zur Penn Station geht. Ist wieder total spassig mit den Koffern und dem ganzen Gepäck.

Letztlich schaffen wir es aber ohne Zwischenfall zum Flughafen. Wir checken ein und geben unser Gepäck auf. Anschließend entern wir den Food-Court, um uns ein letztes Mal den amerikanischen Genüssen zu widmen. Stephen gönnt sich ein Philly Cheese & Steak-Sandwich. Nom. Als Nachtisch noch einen superleckeren Cupcake. Im Anschluss an das ganze Essen geht es zum Gate, wo wir ca. zwei Stunden warten müssen bis das Boarding beginnt. Der Flug verläuft total ruhig und anders als auf dem Hinflug funktioniert auch das Entertainment-System. Avengers, Merida und ein bisschen 2 Broke Girls steht auf dem Programm. Mit Pennen ist es wieder nix. Vormittags deutscher Zeit landen wir in Frankfurt und fahren von dort aus mit dem Zug wieder zurück nach Lüneburg.

Es war ein wirklich beeindruckender Trip, von dem wir beide noch heute zehren. Die vielen Eindrücke und vielen verschiedenen Dinge, die wir gesehen und erlebt haben. Gerade im mittleren Westen haben die sehr freundlichen und zuvorkommenden Menschen beeindruckt. Viele halten die Amis ja für sehr oberflächlich, aber auf der anderen Seite haben wir mit keinem längere Gespräche geführt und in Deutschland fange ich auch keine tiefgründigen Gespräche mit dem Verkaufspersonal im Nike-Store an. In LA und dann vor allem in New York waren die Leute deutlich weniger freundlich und man konnte sich da schon langsam wieder auf Hamburg einstellen. Schön wars und es war bestimmt nicht der letzte Trip in die USA.

Teil I – San Francisco
Teil II – Yosemite und Pacific Highway
Teil III – Las Vegas und Flagstaff
Teil IV – Grand Canyon, Sedona, Kingman
Teil V – Los Angeles
Teil VI – New York I
Teil VII – New York II

 

Podcast Love: N-Z

Ich liebe Podcasts, ich höre sie gerne auf dem Weg zur Arbeit, wenn ich mal länger mit dem Auto unterwegs bin oder auch auf Arbeit, wenn die Aufgabe ein bisschen stumpfer ist. Meinem persönlichen Gefühl nach haben es Podcasts hierzulande schwerer als es andernorts der Fall ist. Was ich schade finde. Hier ein aktueller Überblick über meine aktuelle Abo-Liste. Wer noch Tipps hat: immer her damit!

Hier findet ihr den ersten Teil!

NDR Info – Die Reportage: Längere Reportagen (ca. 45 Min.) zu wechselnden Themen. Manchmal ein bisschen dröge gemacht in meinen Augen, aber es finden sich immer wieder richtige Perlen.

NDR Info – Zeitzeichen: Welches historische Ereignis ist mit dem jeweiligen Tag verknüpft? Dieser Frage geht der Podcast nach und behandelt sowohl relativ aktuelle Themen als auch weit zurückliegende Ereignisse.

NDR Info – Zwischen Hamburg und Haiti: In jeder Folge wird ein neuer spannender Ort besucht und über Menschen, Kultur sowie Alltägliches berichtet. Gibt teil echt spannende Einblicke.

NDR Kultur – Neue Bücher: Wie beim hr2 – Bücherpodcast werden hier Bücher in kurzen Beiträgen angeteasert.

Radio Free Weser: Wieder ein Werder-Podcast, diesmal aber in englischer Sprache. Patrick und Björn plaudern über die Ereignisse an der Weser und gerade Patrick als Amerikaner bringt da eine komplett andere Sichtweise rein, die ich erfrischend finde.

radioFeature – Bayern 2: Reportagen aus allen möglichen Themenfeldern (aktuelles Thema: der Einfluss der sozialen Herkunft auf die Aufstiegschancen), die ca. 45 – 50 Minuten dauern. Nicht alle behandelten Themen interessieren mich, aber manchmal sind da richtige Perlen dabei.

The Spanish Football Podcast: Sid Lowe (u.a. Guardian) und Phil Kitromilides (Real Madrid TV) sprechen einmal die Woche über La Liga, bleiben dabei zeitlich bei knackigen 20 – 30 Minuten.

Stay Forever: Christian Schmidt und Gunnar Lott sind zwei Veteranen des Spielejournalismus und Veteranen erzählen ja gerne von damals. In diesem Fall von alten Spielen. Jede Folge widmet sich einem mehr oder weniger bekannten Spieleklassiker. Besonders witzig sind die Folgen, in denen das vorgestellte Spiel nur einem der beiden wirklich gefällt und der jeweils andere rumstänkert.😉

SWR2 Tandem: Knapp halbstündige Sendungen zu Themen aus dem Leben. Hier ist wirklich alles mögliche dabei, ab und an auch mit Hörerbeteiligung.

SWR2 Wissen: Hier geht es eher um Wissensthemen als um Geschichten aus dem Leben wie bei SWR 2 Tandem. Ebenfalls sehr breit gefächert, sowohl was die Themen als auch die Qualität angeht.

Young in the 80sNicht nur bei Stay Forever ist Christian Schmidt aktiv, sondern auch bei diesem Podcast. Hier spricht er mit seinem Bruder über die 80er und jede Folge widmet sich einem bestimmten Thema (Werbung, Urlaub oder Filme). Als jemand, der in den 80ern groß wurde mit sehr viel Nostalgie verbunden.

Zündfunk – Generator – Bayern 2: Ein Reportage-Format, welches dem radioFeature nicht ganz unähnlich ist, sich aber um eine etwas modernere Aufmachung bemüht.

Podcast Love: A-K

Ich liebe Podcasts, ich höre sie gerne auf dem Weg zur Arbeit, wenn ich mal länger mit dem Auto unterwegs bin oder auch auf Arbeit, wenn die Aufgabe ein bisschen stumpfer ist. Meinem persönlichen Gefühl nach haben es Podcasts hierzulande schwerer als es andernorts der Fall ist. Was ich schade finde. Hier ein aktueller Überblick über meine aktuelle Abo-Liste. Wer noch Tipps hat: immer her damit!

Hier findet Ihr den zweiten Teil.

ARD Radio Tatort: Ein gar nicht mal so schlechter Einsatz der GEZ-Gebühren. Einmal im Monat erscheint ein neue Hörspiel-Folge, die in der Regel 50 Minuten lang ist. Wie im TV-Pendant variiert die Qualität der Fälle und der starke regionale Bezug kann ob der Dialekte auch manchmal anstrengend sein (vor allem bei den bayerischen Folgen). Aber insgesamt sehr hörenswert.

Büchermarkt: Sendung des Deutschlandfunks, die mehrfach in der Woche erscheint. Dabei werden aktuelle Bücher, Autoren oder Bestenlisten besprochen. Die Moderatoren wechseln, der bekannteste dürfte Denis Scheck sein, der auch die Sendung „Druckfrisch“ in der ARD moderiert.

ESPN: The B.S. Report with Bill Simmons: Bill Simmons wird auch „The Basketball Guy“ genannt und die NBA ist eines der Hauptthemen des Podcasts. Darüber hinaus wird auch über die anderen US-Sportarten sowie Entertainment im weiteren Sinne gesprochen.

The Football Ramble: Vier „Lads“ aus London schnacken über Fußball, so wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Ist weniger eine tiefgehende Analyse als vielmehr das Geschehen auf der Insel aus dem Blick von vier Fußball-verrückten Jungs. Der teils alberne Humor ist Geschmackssache, ich mag es.

Football Weekly: Podcast vom Guardian. Host James Richardson begrüßt zweimal die Woche Journalisten des Guardian und spricht vor allem über englischen Fußball, aber auch über die Bundesliga, Serie A, etc.

The Game Informer Show: Gaming-Podcast, der in der Regel nicht in 3-Stunden-Shows ausartet, wie bspw. „The Giant Bombcast“. In der Regel werden aktuelle Themen besprochen, ab und an gibt es auch Sonder-Podcasts zu einem bestimmten Thema.

Got Nexxt: André „Dré“ Voigt ist sicherlich einer der führenden Köpfe Deutschlands, wenn es um Basketball geht. er fungiert als Chefredakteur der Five, als Autor der beiden Planet Basketball-Bücher und hat bei Got Nexxt seine eigene Podcast-Spielwiese, die zweimal die Woche erscheint.

Grünweiß: Podcast zum besten Verein der Welt und ich darf auch noch mitmachen! Die Stammcrew besteht aus Andreas, Lars, Tobias und mir. Sollte man sich als Werder-Fan unbedingt anhören.😉

hr2 Buch und Hörbuch: Mit ca. fünf Minuten sind die Besprechungen aktueller Hörbücher und Bücher angenehm kurz und sind als Teaser völlig ausreichend, zumal so keine Zeit für Spoiler bleibt.

hr2 Doppelkopf: Doppelkopf ist ein Interview-Format, wo Personen aus völlig unterschiedlichen Bereichen relativ ausführlich befragt werden (ca. 50 Min.).

Insert Moin: Spielepodcast, der vormals unter dem Namen „Breakfast at Manu spielt“ zu finden war. Erscheint werktäglich und beschäftigt sich mit allerhand Themen aus der Spielebranche.

Klick & Rush: Uli und Jogi Hebel widmen sich ausschließlich der Premier League und werden dabei immer wieder von Gästen unterstützt.

Die Hamburg Towers

A long time ago

Heute mal ein paar Worte zu einem spannenden neuen Projekt hier in Hamburg, nämlich dem Basketball-Team der Hamburg Towers. Zunächst einmal ein Sprung in die Vergangenheit: wir schreiben das Jahr 2001 und die BCJ Tigers bestreiten die bis heute letzte Saison eines Hamburger Teams in der Basketball-Bundesliga. Zwar kann man sich in der folgenden Zweitliga-Saison noch einmal sportlich für die BBL qualifizieren, aber da man die Lizenzauflagen nicht erfüllen kann, bleibt dem Team der Aufstieg verwehrt und letztlich muss die Insolvenz angemeldet werden. Dabei begann die Spielzeit 2000/2001 relativ gut für die Hamburger und man konnte nach den ersten Saisonspielen für Furore sorgen. Damals besuchte ich auch erstmals ein Spiel in der Wandsbeker Sporthalle und noch heute erinnere ich mich gerne an den leicht trashigen Charme bei den Spielen. Bis heute sind mir die Nummerngirls aus dem Dollhouse im Gedächtnis geblieben, die vor jedem Viertel mit der Nummer des kommenden Viertels einmal um den Mittelkreis stolzierten. Bei den Spielern sind mir nur Center-Kante Marc Suhr sowie Ego-Zocker Duane Woodward im Gedächtnis geblieben, während der damalige Coach Pat Elzie heute beim SC Rasta Vechta aktiv ist.

Im Nachgang des sportlichen und letztlich finanziellen Abstiegs der Tigers blieb Hamburg – zumindest was erstklassigen Basketball angeht – ein Ödland. Klar, es gab und gibt bspw. den SC Rist Wedel in der Pro B, die Piraten Hamburg in der NBBL und es ist auch nicht so, dass Basketball in Hamburg nicht stattfindet. Nur auf allerhöchstem Niveau ist Hamburg seit nunmehr 13 Jahren nicht mehr vertreten. Es gab immer wieder lose Gerüchte und Initiativen/Zusammenschlüsse mit dem Ziel, Hamburg wieder in die Erstklassigkeit zu führen, doch nachhaltigen Erfolg hatte keines der Projekte.

Ein neues Team entsteht

Damit wären wir in der Gegenwart und bei den Hamburg Towers angekommen. 2013 machten erste Gerüchte die Runde, dass in Hamburg ein neues Team unter der Regie von Pascal Roller (Geschäftsführer) und Marvin Willoughby (Sportliche Leitung) entstehen sollte. Ich wurde da schon einmal hellhörig, aber blieb erst einmal skeptisch, denn wie gesagt, angebliche Pläne gab es immer wieder mal. Doch dann wurden erste Infos bekannt und es wurde klar, dass es sich hier doch um mehr als nur vage Gerüchte handelte. In den ersten Planungen wurde eine Wildcard für die BBL angestrebt, doch die BBL in Person von Geschäftsführer Jan Pommer ließ durchblicken, dass eine Wildcard für die erste Liga kein Selbstgänger sein würde und man sich in Hamburg lieber mit der Pro A (zweite Liga) beschäftigen sollte. Letztlich sorgte ein fehlender Hauptsponsor dafür, dass die Hamburg Towers sich um eine Wildcard in der Pro A bewarben, da das Risiko in der BBL zu hoch gewesen wäre.

Im Anschluss an die Vergabe der Wildcard für die Pro A im Juni konnte die sportliche Führung um Pascal Roller und Marvin Willoughby die Planungen für das Team weiter vorantreiben. Als Trainer konnte Hamed Attarbashi gewonnen werden, der bis dato Co-Trainer bei den Eisbären Bremerhaven war. Attarbashi kommt aus Hamburg und ihm eilt ein Ruf als Talentförderer voraus, der schon verschiedene Jugend-Teams in Hamburg trainiert hat. Danach wurde dann das Team zusammengestellt und ich war schon angenehm überrascht, dass man bis auf wenige Ausnahmen auf deutsche Spieler setzt. Gerade im Hinblick auf die Akzeptanz der Mannschaft kann das schon ein Vorteil sein, wenn man sich weniger auf Ausländer stützt, die ggf. schon nach einer guten Saison wieder den Verein verlassen. Darüber hinaus hat man mit René Kindzeka und Janis Stielow zwei Nachwuchsspieler mit Doppellizenz im Einsatz, die sowohl für den SC Rist Wedel in der Pro B als auch für die Towers auf Korbjagd gehen. HH-Towers-logo Dabei will man bei den Hamburg Towers nicht allein sportlich überzeugen, sondern kooperiert auch eng mit der Inselakademie, einem Projekt zur Jugend- und Nachwuchsförderung in Wilhelmsburg, dem Spielort der Towers (die in der ehemaligen Blumenhalle der IGS antrteten werden). Dabei ist laut Selbstbeschreibung das Ziel der Inselakademie „offene Sportangebote, Kooperationen mit Schulen und sportpädagogische Initiativen mit dem vereinsgebundenen Breiten- und Leistungssport unter einem Dach zu vereinen.“ Man merkt, dass man versucht, auf mehreren Ebenen den Verein in der Stadt zu verankern, durch einen Coach aus Hamburg, Spielern aus der Region sowie der Zusammenarbeit mit der Inselakademie. Dies ist neben dem sportlichen Erfolg ein weiterer wichtiger Faktor, damit die Towers in Hamburg Fuß fassen können und man eine breitere Masse an Fans ansprechen kann.

Was zählt, ist auf dem Parkett

Bei den Towers handelt es sich um ein ambitioniertes Projekt, denn Pascal Roller machte schon klar, dass man zukünftig auch irgendwann in der BBL spielen möchte. In der Vorbereitung gab es schon einige gute Ergebnisse, wie bspw. eine knappe 6-Punkte-Niederlage gegen die Artland Dragons und eine ebenfalls knappe Niederlage gegen den dänischen Meister, die Bakken Bears. Die erste Saison wird wahrscheinlich erst einmal der Standortbestimmung dienen. Die Playoffs könnten für die Hamburger durchaus machbar sein, aber sollten noch kein Muss sein. Wie oben angesprochen, wird es auch darum gehen, die Towers in Hamburg populär zu machen und über die Basketball-Gemeinde hinaus für Besucher attraktiv zu machen. Ich gehe davon aus, dass dies auf jeden Fall gelingen sollte, denn die Hamburg Freezers und der HSV Handball haben sich ja auch in relativ kurzer Zeit etablieren können, auch wenn im Fall der Handballer viel Geld investiert wurde, um den Verein an die Spitze des europäischen Handballs zu führen.

Ich bin gespannt auf die Hamburg Towers und freue mich darauf, zum ersten Heimspiel im Oktober zu gehen. Es wird interessant sein, zu beobachten, wie die Towers in Hamburg ankommen und wie sich die Mannschaft in der ProA machen wird.

Ein Konzertjahr im Rückblick

Es ist Weihnachten und damit die große Zeit der Jahresrückblicke. Da ich in diesem Jahr so viele Konzerte wie noch nie besucht habe (ja, Jule und Björn werden nur müde lächeln können), habe ich da ja ein bisschen Gesprächsstoff.

25.02.2013: Deftones, Große Freiheit, Hamburg

Mein drittes Konzert der Deftones und es war wieder einmal ein richtiger Knaller. In der Großen Freiheit schnell in der Galerie die Opa-Plätze gebunkert und geschmeidig auf die Vorband gewartet. Letlive haben sich die Ehre gegeben und so ganz bin ich mit den Kollegen aus LA nicht warm geworden. Irgendwann hatte ich ernsthafte Befürchtungen, der Sänger würde sich selbst verletzen. Nichts gegen eine intensive Bühnenshow, aber die Kollegen ließen mich eher mit einem „WTF!?“ zurück.

Die Deftones selbst waren wie immer richtig geil und eröffneten das Konzert mit „Be Quiet And Drive (Far Away)„, demselben Song, mit dem sie 2001 mein erstes Konzert begannen. Nice! Etwas mehr als 90 Minuten gab es voll auf die Zwölf, wobei die Jungs (meiner Erinnerung nach) nur einen Song vom neuen Album gespielt haben, was ich ein bisschen schade fand. Aber gut, ist ja nicht so, dass es bei den alten Sachen nicht auch ein paar Knaller gibt.

01.05.2013: P!nk, O2 World, Hamburg

Zu P!nk bin ich mitgegangen, weil meine Holde mich darum bat. Wir hatten damals in den USA Karten per Bestplatzbuchung bei eventim bestellt, was dazu führte, dass wir in der vorletzten Reihe unter dem Hallendach landeten. Wir hatten zwar gute Sicht auf die Bühne, aber es ging schon steil runter, was jetzt auch nicht jedermanns Sache war. Als Vorband kamen Churchill auf die Bühne, die jetzt nicht wirklich schlecht waren, andererseits aber auch keinen bleibenden Eindruck hinterließen.

P!nk selbst war in meinen Augen weniger ein Konzert als ein Musical, da die gute Dame ständig rumturnte, mit Ihren Tänzern flirtete oder am Ende an einer Seilvorrichtung durch den ganzen Innenraum der Arena schwebte. Das war schon eine sehr beeindruckende Show, die einem dort geboten wurde. Während des Konzerts wurde sie dann von zwei guten Backgroundsängerinnen unterstützt, die vor allem bei den Refrains fast alleine sangen, da P!nk meist von Ihren Tanzeinlagen außer Puste war und davon abgesehen eh nicht die größte Sängerin unter der Sonne ist. Aber es war auf jeden Fall eine tolle Show, die sich gelohnt hat.

09.06.2013: Depeche Mode, Olympiastadion, Berlin

Yeah, endlich mal wieder Depeche Mode live sehen. Morgens geht es los, mit dem Auto Richtung Berlin und kommen mittags in der Hauptstadt an. Erst chillen wir noch ein bisschen, pfeifen uns ein paar Burger rein, bevor wir uns in Richtung Olympiastadion machen. Bis jetzt war ich noch nie da und es ist schon eine beeindruckende Arena, deren untere Ränge in den Boden eingelassen sind, so dass man von außen gar nicht das gesamte Stadion vor sich stehen hat. Also, erstmal rein in die Schüssel. Leider sitzen wir fast auf der anderen Seite der Bühne, aber egal.

Vorband ist Trentemöller, halt so Elektro-Gefrickel. Nicht mein Ding, aber dafür auch nur ein kurzer Auftritt von einer knappen halben Stunde.😉 Depeche Mode geben sich zwei Stunden lang die Ehre und mittlerweile können die Jungs ja auf ein umfangreichen Katalog an Krachern zurückgreifen. Und so wird zwischen „Everything Counts“ und Songs vom aktuellen Album „Delta Machine“ hin- und hergependelt. Und man muss schon sagen, dass die Jungs, allen voran Dave Gahan es echt drauf noch drauf haben. Es ist beeindruckend, wie Dave mit einem einzigen Hüftschwung den Großteil des Stadions in seinen Bann zieht.  Wenn ich in seinem Alter, mit mehreren Überdosen und damit verbundenen Herzstillständen immer noch so über die Bühne fege, dann habe ich alles richtig gemacht.😀 Leider waren die zwei Stunden viel zu schnell vorbei. 

10.10.2013: Baroness, Markthalle, Hamburg

Ich mag die Markthalle als Veranstaltungsort für Konzerte. Und das Baroness-Konzert sollte das wieder bestätigen. Auf Baroness bin ich mit dem „Yellow & Green“-Album gestossen, dem letzen Longplayer. Letztes Jahr war die Band während der Tour in einen schweren Unfall involviert gewesen. Zwei Bandmitglieder zogen sich dabei schwere Verletzungen zu und stiegen später aus der Band aus. Dies war also der erste Besuch mit neuer Besetzung. Vorband waren übrigens „Royal Thunder“, an die ich mich aber kaum noch erinnern kann. Auch den Namen musste ich erst einmal googlen.🙂

Baroness haben dafür einen bleibenden Eindruck hinterlassen und in den 90 Minuten ordentlich gerockt. Dabei kommt die Band live viel härter rüber als vor allem auf dem „Yellow & Green“-Album, das viele sehr ruhige Passagen hat. Sollten die Jungs sich noch einmal auf den Weg nach Deutschland (und dabei in den Norden) machen, bin ich gerne wieder dabei. 

12.11.2013: Enter Shikari, Modernes, Bremen

Das war jetzt insgesamt das vierte Konzert von Enter Shikari, das ich besucht habe. Und die Band hat bis jetzt jedesmal überzeugt. Nach der Arbeit sind Björn und ich von Hamburg aus mit dem Auto nach Bremen gefahren. Im Modernes bin ich zuletzt vor mehr als 10 Jahren auf einer Silvester-Party gewesen. Viel verändert hat sich nicht, aber das ist auch gut so. Vorband war diesmal eine Combo namens „Hacktivist“. Haben mich nicht vom Hocker gehauen, denn der Kombi aus Rap und Metal haben Rage Against The Machine, Bodycount oder die Bands auf dem Judgement Night-Soundtrack schon vor zwanzig Jahren die Krone aufgesetzt. Und irgendwas Neues haben Hacktivist dem auch nicht hinzuzufügen. 

Aber zum Glück kam dann ja noch der Haupt-Act und Enter Shikari haben eine echt geile Show abgeliefert. Allein das ganze Strobo-Licht hat mir echt große Löcher in die Netzhaut gebrannt. Was sehr beeindruckend war: der Bewegungsdrang, vor allem der Sänger turnte immer wieder auf den drei Tresen herum, die im Modernes verteilt sind. Richtige Rockstars zum Anfassen, wenn man so will. Etwas mehr als 90 Minuten ging das Konzert, dann war es leider auch schon vorbei. Als wir aus dem Modernes rauskamen, stand draußen die Polizei auf der Straße. Wie ich am nächsten Tag erfahren habe, wurden Konzertbesucher während des Konzerts im Gedränge des Innenraums beklaut. Echt eine richtig miese Shysse. 

15.11.2013: Hurts, Sporthalle, Hamburg

Mal wieder ein Konzert mit der Frau und endlich eine Band, auf die wir uns einigen konnten. Die Sporthalle ist ja nicht so unbedingt meine Lieblingskonzert-Halle. Diesmal gab es sogar zwei Vorbands und den Einstieg haben Pegasus aus der Schweiz gemacht. Die fand ich gar nicht mal so schlecht, mit ihrem Gute-Laune-Pop. Die hatten auch das Publikum relativ schnell auf ihrer Seite. Danach kam die Band Glasvegas. Nun ja, die waren dann schon relativ anstrengend. Vor allem passten die mit ihrer komischen Alternative-Jammer-Mucke da überhapt nicht rein. Man konnte das „WTF!?“ im Publikum förmlich mit den Händen greifen. 

Aber auch die Kollegen von Glasvegas waren irgendwann fertig und dann kamen die Jungs von Hurts. Es war ein sehr beeindruckender Auftritt. Live können die richtig was und hatten das anwesende Publikum schnell in ihren Bann gezogen. Ein richtiger Überraschungs-Coup war dann der Song „Ohne Dich“ von Selig, den sie in perfektem Deutsch vortrugen. Vor allem finde ich, dass so Elektro-Pop-Songs (ähnlich wie bei Depeche Mode) durch die Live-Instrumente wie Gitarre und Drums noch mal einiges dazugewinnen. Vielleicht bringen die Jungs ja auch mal ein Live-Album raus. 

03.12.2013: Depeche Mode, Stadthalle, Bremen

Die „Delta Machine“-Tour hatte auch noch einen Ableger, der durch die Indoor-Arenen der Republik führte. Dabei verschlug es die Jungs nach Bremen in die ehrwürdige Stadthalle. Auf den Karten (per Bestplatzbuchung gekauft) stand was von einer eventuellen Sichtbehinderung, aber es waren richtig geile Plätze, seitlich von der Bühne mit einem guten Blick auf das Geschehen. Vorband waren „Big Deal“ und ich dachte, da kommen die Gewinner eines Schülerband-Contests auf dei Bühne. Aber deren Mucke hat echt Laune gemacht. Die konnten was. 

Zu Depeche Mode selbst ist oben schon alles gesagt. Durch die guten Plätze war man richtig dicht dran und ich liebe es ja immer, mir das Treiben auf der Bühne anzuschauen. Bei Depeche Mode finde ich vor allem Andy Fletcher so interessant, der eigentlich völlig überflüssig zu sein scheint. Wieder haben die Jungs zwei Stunden gespielt und es war echt der Hammer. Weniger toll war die Tatsache, dass wir nach dem Konzert für die 150m von unserem Stellplatz zur Parkplatz-Ausfahrt eine knappe Stunde benötigt haben. Ich bin mir sicher, dass man das auch irgendwie geschickter lösen könnte. 

Das war mein Konzert-Jahr 2013. Es hat Spaß gemacht und für nächstes Jahr ist mit Metallica auch schon das erste Highlight gebucht. 

Der Kinderwagen

Ein elementarer Bestandteil der Ausstattung für den Erdenbürger ist die Auswahl eines adäquaten Gefährts. Schon bei einem ersten Blick ins Netz wird einem schnell klar, dass man hier die Wahl zwischen Basic und Premium hat. Aber so ein Kinderwagen will ja auch haptisch erkundet werden, also geht es in den nächstgelegenen Baby-Fachmarkt. Hier sind diverse Elternpaare damit beschäftigt, Kinderwagen vor sich herzuschieben, das Zusammenfalten und Wiederaufbauen zu trainieren. Wir sind eher im Erkundungsmodus unterwegs, d.h. wir gucken uns erst einmal um, welche Fabrikate wir ganz schick finden, checken die Preislage, schauen uns Hype-Marken wie bspw. Bugaboo an.

Ein paar Wochen später nutzen wir den Rückweg von einer Hochzeit in Ostwestfalen, um noch kurz bei der „Einkaufsstadt, die alles hat“ anzuhalten. Hier auch mal die Babyabteilung auschecken. Wir werden zunächst bei den Möbeln fündig und suchen uns schon einmal die Wickelkommode aus, ohne diese schon zu kaufen. Anschließend geht es zu den Kinderwagen. Hier gibt es zwar eine eher eingeschränkte Auswahl, aber dafür einen Offroad-Parkour, da kann man dann testen, wie sich das Geschoss auf Kopfsteinpflaster oder auf Waldboden macht. Wir hatten uns entschieden, uns mal ein bisschen beraten zu lassen, aber da konnten wir ja nicht ahnen, dass wir in den folgenden Minuten wie zwei dumme Schulkinder behandelt werden würden. Ich bin als Erwachsener in einem Geschäft noch nie so von oben herab behandelt worden.

Wir hatten uns schon grob auf einen Kinderwagen mit Schwenkrädern geeinigt, kann ja in der Großstadt und bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht von Nachteil sein. Da wurden wir aber erst einmal über die Nachteile aufgeklärt, dass die Schwenkräder bspw. an der Bordsteinkante oder beim Aussteigen im Bus wegknicken können und somit der ganze Kinderwagen umkippen könnte. Horror! Und überhaupt ist ein Kinderwagen mit vier feststehenden Rädern viel besser bei Ausflügen im Gelände geeignet. Damit kann man auch mal einen Strandspaziergang machen oder eine Wattwanderung. Holla, eine Wattwanderung! Das ist natürlich ein häufig auftretendes Szenario bei uns. Also, pro Woche sind da sicherlich so zwei, drei Wanderungen durch das Nordsee-Watt drin. Der Hinweis, dass wir eher in der Stadt unterwegs sind und weniger an der Küste am Strand oder im Watt, wurde galant beiseite geschoben.

Also, ab zum einzig vorhandenen Modell mit vier festen Rädern. Natürlich absolute Premium-Klasse. Aber dafür vier Räder für jedes Gelände. Und dazu gibt es nur bei dem Modell eine spezielle Baby-Wanne, die über einen Boden mit Belüftung verfügt. So lässt sich die Wanne auch als Reisebett nutzen, ohne dass da ein schlechtes Klima in der Wanne entsteht. Oha, meine Rabenmutter hat mich damals bestimmt auch einfach mal stundenlang im Kinderwagen pennen lassen. Das muss man sich einmal vorstellen. Wir dürfen den besagten Kinderwagen auch einmal probeweise mitnehmen, um zu schauen, ob und wie er in unseren (damaligen) Kleinwagen passt. Nach dem Praxistest ziehen wir uns aus diesem Beratungsgespräch wieder zurück.

Eine Woche später sind wir in einem Hamburger Baby-Shop, um das Thema „Kinderwagen“ zu finalisieren. In der Zwischenzeit haben wir uns von Freunden und Bekannten im Hinblick auf das „Schwenkrad-Problem“ beraten lassen. Offensichtlich sind die Schwenkräder nicht zwangsläufig der Weg in das nächstgelegene Krankenhaus, sondern sehr praktisch und bequem. Nach weiteren Recherchen und einem Live-Test vor Ort haben wir uns letztlich für ein Modell von Hartan entschieden. Am nächsten Tag in der Filiale gekauft, nur um wiederum einen Tag später mitgeteilt zu bekommen, dass die von uns präferierte Farb-Kombi nicht mehr lieferbar ist und wir zwecks Bestellung noch einmal vorbeikommen mögen. Naja, jetzt ist alles gut und wir warten auf das Ende der dreimonatigen Lieferzeit, damit wir dann schon einmal fleißig mit dem neuen Gefährt probecruisen können. \o/