Der Kinderwagen

Ein elementarer Bestandteil der Ausstattung für den Erdenbürger ist die Auswahl eines adäquaten Gefährts. Schon bei einem ersten Blick ins Netz wird einem schnell klar, dass man hier die Wahl zwischen Basic und Premium hat. Aber so ein Kinderwagen will ja auch haptisch erkundet werden, also geht es in den nächstgelegenen Baby-Fachmarkt. Hier sind diverse Elternpaare damit beschäftigt, Kinderwagen vor sich herzuschieben, das Zusammenfalten und Wiederaufbauen zu trainieren. Wir sind eher im Erkundungsmodus unterwegs, d.h. wir gucken uns erst einmal um, welche Fabrikate wir ganz schick finden, checken die Preislage, schauen uns Hype-Marken wie bspw. Bugaboo an.

Ein paar Wochen später nutzen wir den Rückweg von einer Hochzeit in Ostwestfalen, um noch kurz bei der „Einkaufsstadt, die alles hat“ anzuhalten. Hier auch mal die Babyabteilung auschecken. Wir werden zunächst bei den Möbeln fündig und suchen uns schon einmal die Wickelkommode aus, ohne diese schon zu kaufen. Anschließend geht es zu den Kinderwagen. Hier gibt es zwar eine eher eingeschränkte Auswahl, aber dafür einen Offroad-Parkour, da kann man dann testen, wie sich das Geschoss auf Kopfsteinpflaster oder auf Waldboden macht. Wir hatten uns entschieden, uns mal ein bisschen beraten zu lassen, aber da konnten wir ja nicht ahnen, dass wir in den folgenden Minuten wie zwei dumme Schulkinder behandelt werden würden. Ich bin als Erwachsener in einem Geschäft noch nie so von oben herab behandelt worden.

Wir hatten uns schon grob auf einen Kinderwagen mit Schwenkrädern geeinigt, kann ja in der Großstadt und bei Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht von Nachteil sein. Da wurden wir aber erst einmal über die Nachteile aufgeklärt, dass die Schwenkräder bspw. an der Bordsteinkante oder beim Aussteigen im Bus wegknicken können und somit der ganze Kinderwagen umkippen könnte. Horror! Und überhaupt ist ein Kinderwagen mit vier feststehenden Rädern viel besser bei Ausflügen im Gelände geeignet. Damit kann man auch mal einen Strandspaziergang machen oder eine Wattwanderung. Holla, eine Wattwanderung! Das ist natürlich ein häufig auftretendes Szenario bei uns. Also, pro Woche sind da sicherlich so zwei, drei Wanderungen durch das Nordsee-Watt drin. Der Hinweis, dass wir eher in der Stadt unterwegs sind und weniger an der Küste am Strand oder im Watt, wurde galant beiseite geschoben.

Also, ab zum einzig vorhandenen Modell mit vier festen Rädern. Natürlich absolute Premium-Klasse. Aber dafür vier Räder für jedes Gelände. Und dazu gibt es nur bei dem Modell eine spezielle Baby-Wanne, die über einen Boden mit Belüftung verfügt. So lässt sich die Wanne auch als Reisebett nutzen, ohne dass da ein schlechtes Klima in der Wanne entsteht. Oha, meine Rabenmutter hat mich damals bestimmt auch einfach mal stundenlang im Kinderwagen pennen lassen. Das muss man sich einmal vorstellen. Wir dürfen den besagten Kinderwagen auch einmal probeweise mitnehmen, um zu schauen, ob und wie er in unseren (damaligen) Kleinwagen passt. Nach dem Praxistest ziehen wir uns aus diesem Beratungsgespräch wieder zurück.

Eine Woche später sind wir in einem Hamburger Baby-Shop, um das Thema „Kinderwagen“ zu finalisieren. In der Zwischenzeit haben wir uns von Freunden und Bekannten im Hinblick auf das „Schwenkrad-Problem“ beraten lassen. Offensichtlich sind die Schwenkräder nicht zwangsläufig der Weg in das nächstgelegene Krankenhaus, sondern sehr praktisch und bequem. Nach weiteren Recherchen und einem Live-Test vor Ort haben wir uns letztlich für ein Modell von Hartan entschieden. Am nächsten Tag in der Filiale gekauft, nur um wiederum einen Tag später mitgeteilt zu bekommen, dass die von uns präferierte Farb-Kombi nicht mehr lieferbar ist und wir zwecks Bestellung noch einmal vorbeikommen mögen. Naja, jetzt ist alles gut und wir warten auf das Ende der dreimonatigen Lieferzeit, damit wir dann schon einmal fleißig mit dem neuen Gefährt probecruisen können. \o/

Let the Abenteuer begin

Nun, da wir die Schwangerschaft endgültig in die Welt hinaus posaunt haben, kann auch endlich die begleitende Blog-Serie starten. Endlich wieder Futter für den Blog. 🙂

Es war ca. fünf Uhr morgens als die Liebste den Schwangerschaftstest machte und ich im Halbschlaf die frohe Kunde aufnahm. Danach war ich relativ schnell wach. Wow! Nicht, dass es ein Unfall war, aber wenn man dann die Bestätigung hat, dass es geklappt hat, ist das noch einmal eine ganz andere Sache. Tausend Fragen, keine Antworten. Was bedeutet das? Was verändert sich? Kriegen wir das als Eltern hin? Der ganz normale Wahnsinn nach einem positiven Schwangerschaftstest. Erst einmal mussten die ersten 12 Wochen überstanden werden, in denen das Risiko für eine Fehlgeburt am höchsten ist. In der Zeit haben wir die Eltern schon einmal an unserem Glück teilhaben lassen. Und die ganze Zeit immer wieder Fragen…

Obwohl es eigentlich eine der natürlichsten Sachen der Welt ist, stellt in unseren Breitengraden eine Schwangerschaft ein wahres Abenteuer dar. Denn mit dem Moment, wo man weiß, dass man bald Nachwuchs bekommt, bricht eine wahre Informationsflut über einen herein. Schon banale Fragen wie nach dem Kinderwagen können zu einer wahren Wissenschaft ausarten.  Eine Frage, tausend Antworten. Aber auf die Details möchte ich gar nicht eingehen, denn das wird in den kommenden Blogbeiträgen noch ausführlicher behandelt werden. 😉

Der Weser-Bomber
Der Weser-Bomber kommt